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Geschichten – Unter einem Zelt

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Eine interreligiöse Aktion vom 30. August bis 4. September an der Paulskirche

v.li: Petra Kunik, Vors. der Ges. für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit (GCJZ) Frankfurt, Esad Sahin, stellv. Vors. der Türkischen Gemeinde in Dtld, Leah Frey-Rabine, Susanna Faust Kallenberg, Pfarrerin für Interreligiösen Dialog I Foto: Bettina Behler
v.li: Petra Kunik, Vors. der Ges. für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit (GCJZ) Frankfurt, Esad Sahin, stellv. Vors. der Türkischen Gemeinde in Dtld, Leah Frey-Rabine, Susanna Faust Kallenberg, Pfarrerin für Interreligiösen Dialog I Foto: Bettina Behler

Wenn sich muslimische und jüdische Menschen zum Gespräch an der Paulskirche treffen, wenn Schülerinnen und Schüler in einem marokkanischen Königszelt darüber diskutieren, wie Religionen in Frankfurt friedlich zusammen leben können, und wenn sich Religionsvertreter:innen, Politiker:innen, Journalist:innen, Wissenschaftler:innen und Künstler:innen austauschen wollen, um Wege zu finden, wie Frankfurt zu einem Zuhause für alle werden kann, dann ist wieder einmal Zeit für das Dialogzelt.

Vom 30. August bis zum 4. September werden 21 Kooperationspartner unter der Geschäftsführung des Vereins Unter einem Zelt e.V. ein Marokkanisches Königszelt, eine Open-Air-Bühne, einen Frankfurter Geschichten-Kiosk, ein Open-Air-Café und eine Sportecke mit Basketball-Korb und Torwand aufbauen. Sie werden Workshops, spirituelle Feiern und Diskussionsforen anbieten. Dabei wird es vor allem um Geschichten und Geschichte gehen, um Erinnerungskultur und Fake News, um durch künstliche Intelligenz generierte Geschichtserfahrungen, um persönliche und kollektive Narrative und deren Instrumentalisierung und Versöhnung.

Dabei ist der Ort von großer Symbolkraft, wenn muslimische Menschen zum ersten Mal am Freitag neben der Paulskirche beten, an demselben Ort an dem anschließend ein ökumenischer Gottesdienst gefeiert und kurz danach der Schabbat eröffnet wird. Das Programm des Dialogzeltes macht deutlich, interreligiöse Geschichte ist in Frankfurt so alt wie die Stadt selbst und wirkt in die Gegenwart hinein. Religiöse Gebäude prägen das Gesicht der Stadt und verändern es mit jedem Tag. Moderne Architektur nimmt Einfluss auf traditionelle Religionsgemeinschaften und wird zugleich von diesen beeinflusst. Durch Globalisierung und Säkularisierung verschieben sich nicht nur Mehrheitsverhältnisse. Frankfurts Krankenhausseelsorge, verändert sich, dasselbe gilt für die Erinnerungskultur, sie muss in einer Stadt, in der die Mehrheit der Bevölkerung einen Migrationshintergrund oder einen ausländischen Pass besitzt, neu gedacht werden. Verfolgte religiöse Minderheiten haben über die Jahrhunderte hinweg eine besondere Resilienz entwickelt, diese Erfahrung ist auch für andere wichtig. Und die zentrale Frage, die hinter allen Fragen steckt, lautet: Wie kann Frankfurt zu einer Heimat für alle werden? Mit ihr wird am Sonntag, 30. August, um 19 Uhr das Dialogzelt 2026 eröffnet. Konkrete Veranstaltungen, Namen und Uhrzeiten sind auf der Website www.unter-einem-zelt.de zu finden.

„Diese interreligiöse Veranstaltung am Geburtsort der Demokratie ist ein wichtiges Symbol, das vielen Menschen, die sich hier ehrenamtlich engagiert haben, viel bedeutet“, sagt die Pfarrerin für Interreligiösen Dialog im Evangelischen Stadtdekanat Frankfurt und Offenbach und Programmkoordinatorin Susanna Faust Kallenberg.

Hüseyin Kurt, Koordinator der Arbeitsgemeinschaft Türkischer Moscheegemeinden in Frankfurt, ergänzt. „Dass wir das wichtige Thema des antimuslimischen Rassismus auf dem Podium ansprechen können, bedeutet, dass es nicht nur als ein muslimisches Problem gesehen wird.“ Petra Kunik, Vorsitzende der beteiligten Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Frankfurt, die vor kurzem das Bundesverdienstkreuz erhalten hat, betont die Bedeutung, die diese Veranstaltung für die Schulklassen hat, die das Dialogzelt besuchen werden. „Die besondere Atmosphäre des Zeltes unterstreicht die Wirkung, die das Gespräch mit muslimischen, christlichen und jüdischen Menschen hat, die miteinander befreundet sind und dies auch offen zeigen. Das ist ein wichtiges Gegenprogramm zu den aufhetzenden Beiträgen auf Social Media.“

Eindruck vom Dialogzelt 2023 Foto: Silke Schrom
Eindruck vom Dialogzelt 2023 Foto: Silke Schrom

Das Dialogzelt wird in diesem Jahr über Frankfurt hinauswirken, darauf verweist Patrick Schilling, Pfarrer der Freireligiösen Gemeinde Offenbach und Vorstandsmitglied der International Association for Religious Freedom, einer von den Vereinten Nationen geförderten Interreligiösen Organisation, die das gestreamte Programm weltweit ausstrahlen wird. Patrick Schilling freut sich, dass das Bundestreffen der Freireligiösen Gemeinde direkt neben dem Geburtsort der Gemeinschaft an der Paulskirche im Dialogzelt stattfinden kann.

Veranstalter der Tage sind: Unter einem Zelt e.V., Evangelische Kirche Frankfurt und Offenbach, Katholische Stadtkirche Frankfurt, Rat der Religionen Frankfurt, Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen Frankfurt, Internationaler Konvent Rhein-Main, Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Frankfurt, Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Hessen, Zentrum Oekumene der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau und der Evangelischen Kirche von Kurhessen Waldeck, Bosniakisches Kulturzentrum Frankfurt, Koordinierungsrat Arabischer Moscheegemeinden Frankfurt, Arbeitsgemeinschaft der Türkischen Moscheevereine in Frankfurt, Ahmadiyya-Muslim-Jamaat-Gemeinde Frankfurt, Beyond. European Network for Religious Progressives, International Association for Religious Freedom, MTO Sufi-Verein Frankfurt, Christlich-Islamischer Arbeitskreis Hausen-Rödelheim, Arbeitskreis Religionen in Frankfurt, Tibethaus Deutschland, Freireligiöse Gemeinde Offenbach, Türkische Gemeinde Hessen.

Förderer: Evangelische Kirche Frankfurt und Offenbach, Katholische Stadtkirche Frankfurt, GCJZ Frankfurt, GCJZ Hessen, Rat der Religionen Frankfurt, Zentrum Öekumene der EKHN und EKKW, Arbeitskreis für das christlich-jüdische Gespräch – Im Dialog, Amt für Multikulturelle Angelegenheiten der Stadt Frankfurt, Hertie-Stiftung, Buhmann-Stiftung, Weißt du, wer ich bin, Abrahamisches Forum, Bundesministerium des Inneren und für Heimat, Landesprogramm Hessen Aktiv Für Demokratie und gegen Extremismus, Vielfalt erleben Partizipation gestalten, Hessische Landeszentrale für politische Bildung, Meet2respect.


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