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Grundgesetzjubiläum – und wir feiern mit

Ob beim Stadtlauf oder in der Nachbarschaft, evangelische Einrichtungen und Gemeinden beteiligen sich am 23. Mai – und nicht nur da – an Aktionen für Demokratie und Rechtsstaat.

Die Macher der Tour de Demokratie freuten sich, dass Pfarrerin Andrea Braunberger-Myers (li) und der "Bahnbabo" Peter Wirth (re.), mitmachten bei dem Halt der Jubiläumstour in Frankfurt.  |  Foto: Rolf Oeser
Die Macher der Tour de Demokratie freuten sich, dass Pfarrerin Andrea Braunberger-Myers (li) und der "Bahnbabo" Peter Wirth (re.), mitmachten bei dem Halt der Jubiläumstour in Frankfurt. | Foto: Rolf Oeser

Am 23. Mai wird das Grundgesetz 75 Jahre alt: Frankfurt feiert Demokratie und die evangelische Kirche ist mit von der Partie, bei den Nachbarschaftsfesten und auch bei dem „Lauf für die Demokratie“. „Demokratie lebt von der aktiven Mitwirkung der Menschen, denn so wird die Freiheit, die das Grundgesetz garantiert, auch mit Leben gefüllt. Ich freue mich, dass es im Rahmen des Jubiläums so viele Initiativen gibt, die genau das zeigen“, so Holger Kamlah, evangelischer Stadtdekan von Frankfurt und Offenbach.

Als Hommage an den ersten Sternlauf zur Paulskirche 1948, geht es am 23. Mai auf die Straße. Initiatorin des „Lauf für die Demokratie" ist die Stadt Frankfurt. Sie wird unterstützt von Mainova, der Fraport AG, der Stiftung Orte der deutschen Demokratiegeschichte und dem Deutschen Olympischen Sportbund. (>> weitere Informationen zum Lauf für die Demokratie).

„Wir rufen die Mitarbeitenden im Evangelischen Regionalverband dazu auf, sich am Lauf zu beteiligen. Wir wollen ein starkes Zeichen für unsere lebendige Demokratie setzen und laufen unter dem Slogan ‚Besser zusammen für Demokratie‘“, so Markus Eisele und Thomas Speck, Verbandsleitung des ERV. Sportbegeisterte aller Altersgruppen und Fitnessniveaus sind eingeladen, sich aktiv zur Demokratie zu bekennen, heißt in dem Aufruf.


Ein Demokratiefest für die Nachbarschaft – auch auf dem Kirchhof

An rund 30 Orten lautet am 23. Mai das Motto „Frankfurt feiert Demokratie“. Privatleute, eine Agentur, das Museum für Kommunikation beteiligen sich daran, Quartiersmanagements von Caritas und Diakonie. Katholische Kirchengemeinden sind ebenso dabei, wie evangelische.

Björn Steffen, Arzt in der Frankfurter Uniklinik, ist einer der beiden Initiatoren von „Frankfurt feiert Demokratie“. Er wohnt an der Bergerstraße, deshalb hat er ein Fest am Uhrtürmchen organisiert, von 17 bis 19 Uhr gibt es hier ein „Mitbring-Picknick“, unter anderem mit den Omas gegen Rechts, dem Frankfurter Beschwerdechor, dem Johannis-Posaunenchor, Abá, der Frankfurter BläserPhilharmonie und mit einem Grundgesetzquiz. Die Eltern einer Bekannten spielten im Posaunenchor der Evangelischen Kirchengemeinde Bornheim, der Johannis-Posaunenchor sei leicht zu gewinnen gewesen, berichtet Steffen. Und Gemeindemitglieder ließen sich auch was einfallen: An der Johanniskirche, Turmstraße 10, wird das Grundgesetz von 18 bis 20 Uhr gefeiert. Fünf Mitmachstationen zum Thema Grundgesetz, inklusive Dialogzone, Limo und Bier, sind vorbereitet.

Felicitas Frick gehört zu den Organisator:innen der Aktion rund um die Johanniskirche: „Wir sind auch in der Gruppe ,Generation Y‘ der Kirchengemeinde Bornheim aktiv. Die Gruppe richtet sich an Menschen zwischen etwa 25 und 35 Jahren, daher hoffen wir auch, dass am 23. Mai viele junge Leute kommen“. Nachbarschaftsfest-Initiator Björn Steffen freut, dass die Bornheimer Gemeinde das Programm etwas später als das am Uhrtürmchen beginnt, man kommt sich nicht in die Quere. Demokratie braucht schließlich auch Rücksichtnahme und Kooperation.

Ökumenisch kooperiert wird beispielweise auch im Riederwald. Auf dem Cäcilie-Breckheimer-Platz vor der evangelischen Philippuskirche, Raiffeisenstraße 70-72, bei Regen wird in den Gemeindesaal der katholischen Heilig-Geist-Kirche, Schäfflestraße 19, ausgewichen, ist für 15 bis 17 Uhr ein Nachbarschaftscafé geplant, von 17 bis 19 Uhr Suppe, Mitbringpicknick, das weitere Programm: Lalai Ladies und Femvolk, Grundgesetz-Quiz, Lesung der Grundrechte und Fotoaktion. Mitorganisiert wird das Programm von den Omas gegen Rechts, dem Demokratiekreis und dem Quartiersmanagement der Diakonie im Riederwald.

Das gesamte Programm von „Frankfurt feiert Demokratie“ findet sich >> hier.


Pfarrerin der Paulsgemeinde macht mit bei Grundwerte-Aktion

Aber nicht nur am 23. Mai wird für Demokratie getrommelt, am vergangenen Wochenende hat die „Tour de Demokratie“, die zwischen dem 4. und dem 25. Mai von Weimar nach Bonn führt, in Frankfurt Halt gemacht. Getragen wird die Tour von der Gesellschaft zur Erforschung der Demokratie-Geschichte (GEDG) in Kooperation mit der Stiftung Orte der deutschen Demokratiegeschichte.

Pfarrerin Andrea Braunberger-Myers von der Evangelischen Sankt Paulsgemeinde, die im vergangenen Jahr beim Paulskirchenjubiläum, das an das erste Parlament erinnerte, auf vielerlei Weise dabei war, hat sich auch hier nicht lange bitten lassen: im Anschluss an den „Bahnbabo“ unterzeichnete sie in der Paulskirche das Bekenntnis zu den Grundrechten, das die Tour begleitet. „Viele ganz unterschiedlich engagierte Menschen stellen sich bei der Tour de Demokratie hinter unser Grundgesetz. Gut so! Wir brauchen das gerade in diesen Zeiten, genau wie die ersten Grundrechte 1848 oder die Verfassung von Weimar Haltung, Unterstützung und friedliche Verteidigung brauchten. Als Pfarrerin der Evangelisch-lutherischen St. Paulsgemeinde, der ehemaligen Gemeinde der Frankfurter Paulskirche, stelle ich mich gerne in diese Reihe.“


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Bettina Behler 308 Artikel

Bettina Behler, Medieninformation Evangelische Öffentlichkeitsarbeit Frankfurt und Offenbach