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Jeder anders, alle gleich: „Lauft gegen Rassismus und Gewalt“ am 14. September

Seit 2004 organisiert die Evangelische Jugend in Frankfurt jedes Jahr einen Lauf gegen Rassismus und Gewalt - in diesem Jahr am 14. September. Denn damit Jugendliche lernen, wie man Konflikte friedlich austrägt, ist es besser, auf langfristige Konzepte zu setzen statt auf kurzatmige Aufregung.

Bringt Jungs bei, wie man auch in schwierigen Situationen cool bleibt: Nacer Achour-Otmane leitet den Jugendclub Sindlingen und ist Experte für Anti-Aggressions-Training. | Foto: Angela Wolf
Bringt Jungs bei, wie man auch in schwierigen Situationen cool bleibt: Nacer Achour-Otmane leitet den Jugendclub Sindlingen und ist Experte für Anti-Aggressions-Training. | Foto: Angela Wolf

Die Aktualität der Themen von Rassismus, Antisemitismus, Antiislamismus, von Homophobie oder Gewalt ist erschreckend. Ein Blick nach Chemnitz muss eine Warnung sein: Menschen die mit stolzer Brust den Hitler-Gruß vollführen, ein aufgebrachter Mob, der zu Selbstjustiz aufruft. Nein. Das geht gar nicht.

In Frankfurt ist die Stimmung zum Glück entspannter. Unzählige Ethnien leben hier gemeinsam, respektieren einander und begegnen sich friedlich. Meistens zumindest. Es gibt aber auch Situationen, in denen es kracht. Jugendliche, die Radikalisierungstendenzen oder gar -aufforderungen folgen, die einen fundamentalen Kick in ihrem Glauben entdecken – oder eben: nach Identität suchen. Wer sich mit Entwicklungspsychologie auskennt weiß, dass das bis zu einem gewissen Grad völlig normal ist. Aber gerade deshalb brauchen Jugendliche Angebote und Orientierung.

Der Jugendclub in Sindlingen zum Beispiel begegnet solchen Trends und Unwägbarkeiten unaufgeregt und pragmatisch. Die Einrichtung des Evangelischen Vereins für Jugendsozialarbeit wird von einem ausgebildeten Anti-Aggressions-Trainer geleitet. Nacer Achour-Otmane sagt, er stelle schlicht die Interessen der Jugendlichen in den Mittelpunkt seiner Anstrengungen. Für das bevorstehende Herbstferienprogramm organisiert er zum Beispiel ein „Coolnesstrainig“ und nennt das Projekt „Be Cool Together“.

„Klar haben wir hier auch Probleme. Das ist völlig normal, aber dennoch absolut im Rahmen.“ Achour-Otmane nimmt bei seiner Arbeit gezielt die Jungs in den Blick. „Ihnen fehlt oft die Fähigkeit, Konflikte verbal und damit gewaltfrei zu regeln. Das sollen sie bei uns lernen.“

Gesicht zeigen, Stimme erheben – das will die Evangelische Jugendarbeit auch mit der Aktion „Lauft gegen Rassismus und Gewalt“ am 14. September erreichen. Die Aktion gibt es bereits seit 2004. In diesem Jahr starten die Jugendlichen um 15 Uhr am Weißen Stein (Eschersheimer Landstraße 548) und laufen zum Jugendhaus am Frankfurter Berg. Im nächsten Jahr soll die gemeinsame Veranstaltung vom Evangelischen Verein für Jugendsozialarbeit in Frankfurt e.V., vom Evangelischen Stadtjugendpfarramt Frankfurt, von St. Peter und dem Frankfurter Jugendring wieder in großer Runde durch die Innenstadt führen: Anmeldung und Informationen unter Telefon 069 5481301, per Mail an jugendhaus-frankfurter-berg@frankfurt-evangelisch.de oder über Facebook @LauftgegenRassismusundGewalt


Autorin

Angela Wolf 99 Artikel

Angela Wolf ist Mitglied in der Redaktion des EFO-Magazins. Sie wurde 1978 in Aschaffenburg geboren. Heute lebt sie in Frankfurt am Main, wo sie Soziologie, Politikwissenschaften und Psychoanalyse studierte.

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