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Kirche fordert Verbot von Davidsternen auf „Hygiene-Demos“

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Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) fordert ein Verbot von Davidsternen und nationalsozialistischen Motiven auf Demonstrationen gegen die Corona-Verordnungen.

In rechten Online-Shops werden sie ganz ungeniert zum Kauf angeboten: "Ungeimpft"-Aufkleber im Stil von Nazi-Judensternen.
In rechten Online-Shops werden sie ganz ungeniert zum Kauf angeboten: "Ungeimpft"-Aufkleber im Stil von Nazi-Judensternen.

„Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau verurteilt die unerträgliche Verunglimpfung von Opfern des Holocaust auf das Schärfste“, schreiben Kirchenpräsidenten Volker Jung und seine Stellvertreterin Ulrike Scherf in einem am 16. Juni in Darmstadt veröffentlichten Brief an die Oberbürgermeister*innen im Kirchengebiet in Hessen und Rheinland-Pfalz sowie an die Präsident*innen und Vorsitzenden der Kommunalen Spitzenverbände der beiden Bundesländer.

Auf mehreren Demonstrationen gegen die Verordnungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie hätten sich Teilnehmer*innen als Opfer „diktatorischer“ staatlicher Maßnahmen inszeniert, schreiben die leitenden Geistlichen. Sie hätten den Davidstern mit der Inschrift „Ungeimpft“ getragen, das stilisierte Eingangsportal des NS-Vernichtungslagers Auschwitz mit den Worten „Impfen macht frei“ oder das Bild von Anne Frank als Protest gegen ein „Eingeschlossen-Werden“ im Haus. Damit werde das Andenken an die Opfer des Holocausts zu „zynischen Inszenierungen“ instrumentalisiert, kritisieren Jung und Scherf. Es würden deren „tatsächliches entsetzliches Leiden bagatellisiert und die Verbrechen der Nazi-Diktatur verharmlost“.

Die Kirchenvertreter bitten die Städte und Kommunen, darunter Frankfurt, Offenbach, Wiesbaden, Gießen, Mainz und Worms, dem Beispiel von München zu folgen und das Tragen von Motiven aus der NS-Zeit auf „Hygiene-Demos“ zu verbieten.


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