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Kirchenvorstandswahlen: viele Neue, hohe Wahlbeteiligung

Dank Brief- und Onlinewahl ist die Wahlbeteiligung auch in den Gemeinden von Frankfurt und Offenbach gestiegen. Dies ergibt eine Hochrechnung für die Kirchenvorstandswahlen in Frankfurt und Offenbach, nachdem 90 Prozent der Gemeinden ihre Ergebnisse gemeldet haben. Stabil geblieben ist das Geschlechterverhältnis mit 55 Prozent Frauen und 45 Prozent Männern. Gut 40 Prozent der neuen Kirchenvorsteher:innen sind neu in das Leitungsgremium gewählt worden.

Im Wahllokal der Paul-Gerhardt-Gemeinde in Niederrad. | Foto: Rolf Oeser
Im Wahllokal der Paul-Gerhardt-Gemeinde in Niederrad. | Foto: Rolf Oeser

Bei den Kirchenvorstandswahlen am vergangenen Sonntag, 13. Juni, ist auch in den Frankfurter und Offenbacher Gemeinden die Wahlbeteiligung gestiegen – von etwa 12 Prozent bei der letzten Wahl vor sechs Jahren auf jetzt rund 14 Prozent. Damit liegt die Metropolregion jedoch weiterhin deutlich unter dem Durchschnitt der gesamten Landeskirche, wo sich nach ersten Hochrechnungen eine Wahlbeteiligung von gut über 20 Prozent abzeichnete.

Die höchste Wahlbeteiligung verzeichnete im Stadtdekanat Frankfurt und Offenbach die indonesische Kristusgemeinde mit 61,3 Prozent. Auch andere Personalgemeinden wie Christus Immanuel oder die Französisch-Reformierten in Offenbach hatten mit über 40 Prozent eine rege Beteiligung. Dies ist auch zu erwarten, da sich Menschen diesen Gemeinden bewusst persönlich zuordnen, was für eine hohe Bindung spricht.

Doch auch einige Ortsgemeinden, in denen man qua Wohnort Mitglied ist, haben hohe Wahlbeteiligungen verzeichnet. Spitzenreiter ist hier die Michaelisgemeinde in Frankfurt-Berkersheim mit 34 Prozent, aber auch die Erlösergemeinde in Offenbach-Waldheim, die Gemeinden in Sindlingen, am Riedberg oder in Preungesheim sowie zahlreiche andere erreichten Beteiligungen von deutlich über 20 Prozent. Auf der anderen Seite gibt es jedoch auch eine ganze Reihe von Gemeinden, die ihre Mitglieder nur im einstelligen Bereich zur Wahl mobilisieren konnten.

Dass die Wahlbeteiligung im Schnitt gestiegen ist, lässt sich vermutlich auch auf die stärkere Nutzung von Briefwahlen zurückführen. Manche Gemeinden hatten angesichts der Corona-Pandemie sogar vollständig auf Briefwahl umgestellt. Erstmals hatten manche Gemeinden auch die Option angeboten, online an der Wahl teilzunehmen. Das stieß unter den Wahlberechtigten auf großes Interesse: Zwischen vierzig und fünfzig Prozent aller Stimmen sind in den Gemeinden, wo dies möglich war, übers Internet abgegeben worden.

Stabil geblieben ist in Frankfurt und Offenbach das Geschlechterverhältnis. Wie schon vor sechs Jahren sind rund 55 Prozent der Gewählten Frauen, 45 Prozent Männer, wobei sich die Situation in verschiedenen Gemeinden sehr unterschiedlich darstellt – das Spektrum reicht von einem Männeranteil von vier Fünfteln bis zu einem Frauenanteil von vier Fünfteln. Gut 40 Prozent der Gewählten sind neu in dieses Gremium gekommen, die anderen wurden wiedergewählt.

Zur Wahl aufgerufen waren in Frankfurt und Offenbach rund 110.000 Kirchenmitglieder ab 14 Jahren, knapp 700 Kandidat:innen hatten sich zur Wahl gestellt.

Die hier genannten Zahlen basieren auf der Auswertung der bislang gemeldeten Ergebnisse aus etwa 90 Prozent der Gemeinden, in denen gewählt wurde. Es können noch Ergebnisse nachgemeldet werden, mit einem offiziellen Endergebnis rechnet die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau erst am Ende des Sommers.


Autorin

Antje Schrupp 167 Artikel

Dr. Antje Schrupp ist Chefredakteurin von Evangelisches Frankfurt und Offenbach. Die Journalistin und Politikwissenschaftlerin bloggt auch unter www.antjeschrupp.com

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