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Klangteppich über Frankfurt: Aktion des nigerianischen Künstlers Emeka Ogboh

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Vom 9. Juli bis zum 3. Oktober verwandelt der nigerianische Künstler Emeka Ogboh die Frankfurter Innenstadt in eine Klanglandschaft. Das Projekt der Stiftung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) erstreckt sich vom Römer über den Eisernen Steg am Main bis zur Dreikönigskirche in Sachsenhausen.

Emeka Ogboh aus Nigeria hat einen Klangteppich für Frankfurt geschaffen. Foto: Diana Pfammatter, EKHN-Stiftung
Emeka Ogboh aus Nigeria hat einen Klangteppich für Frankfurt geschaffen. Foto: Diana Pfammatter, EKHN-Stiftung

Im Zentrum der Soundinstallation „This too shall pass“ („Das geht schon wieder vorbei“) steht eine gleichnamige Hymne, die eigens für die Aktion komponiert worden sei, wie die Stiftung mitteilte. Den Angaben zufolge ist das Werk der Stadt und dem Pandemie-Jahr 2020 gewidmet. Die Musik sei von Chören in Nigerias Hauptstadt Lagos und Frankfurt eingesungen worden. „Fest definierte sakrale und weltliche Orte sowie der Main als fließendes, kollektives Stadtgedächtnis sollen sich zu einem übergreifenden kosmopolitischen Raum per Klang verbinden.“ Ogboh verwebe dabei Musik aus unterschiedlichsten Kulturen und Traditionen zu einem besonderen Klangteppich.

Im Hintergrund der Aktion in der Corona-Pandemie steht laut EKHN-Stiftung auch die Frage, was das gemeinsame Singen der Gesellschaft bedeutet - zumal in einer krisengeschüttelten Welt, in der Musik und Kunst lange verstummen mussten. Gleichzeitig begegne Ogboh dem Nachdenken über die Migration von Menschen und ihrem Kulturgut und Fragen nach Gleichheit, Teilhabe und Identität mit dem Prinzip der kulturellen Aneignung. Sie könne nach Ansicht des Künstlers eine Möglichkeit sein, Grenzen zu überwinden.

Daran knüpft auch das Begleitprogramm mit vielen Veranstaltungen unter freiem Himmel an. Es wurde zusammen mit dem Frankfurter sozialen Treffpunkt „freitagsküche“ entwickelt. Auftraggeber des Klang-Projekts sind die EKHN- Stiftung in Kooperation mit dem Kulturfonds Rhein-Main. Kuratiert wird es von der „Euphoria Gesellschaft für Kunst im urbanen Raum“.

Der am 14. Mai 1977 geborene Emeka Ogboh arbeitet gerne mit den Geräuschen, dem Stimmengewirr, Liedern, Rufen und Rauschen einer Stadt. Zudem verwendet er oft öffentliche Reden, die er in experimentelle Musikstücke und Klanginstallationen einarbeitet. Der Künstler hat an zahlreichen internationalen Ausstellungen teilgenommen, darunter der Biennale von Venedig und der documenta 14 in Athen und Kassel Er stellte unter anderem in der Tate Modern in London und im Cleveland Art Museum aus. Ogboh lebt und arbeitet in Lagos und Berlin.

Info: Auf der Internetseite www.thistooshallpass.site sind erste Kostproben zu hören.


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