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„Nach dem Evangelium müssten wir schon seit vorgestern gemeinsam Abendmahl feiern“

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Der Frankfurter Jesuitenpater und Hochschuldirektor Ansgar Wucherpfennig setzt sich für ein gemeinsames Abendmahl von katholischen und evangelischen Christinnen und Christen ein.

Der katholische Theologe und Jesuitenpater Ansgar Wucherpfennig setzt sich für ein gemeinsames Abendmahl von katholischen und evangelischen Christinnen und Christen ein. „Nach dem Evangelium müssten evangelische und katholische Christen nicht erst morgen, sondern eigentlich schon seit vorgestern gemeinsam Abendmahl feiern“, schreibt der Direktor der katholischen Hochschule Sankt Georgen in Frankfurt-Oberrad in einem Gastkommentar für die sächsische Kirchenzeitung „Der Sonntag“.

Wucherpfennig ist der Ansicht, dass es keine theologischen Gründe gibt, die ein gemeinsames Abendmahl unmöglich machen. Beim Mahl mit Jesus gebe Gott, ohne dafür etwas wiederzuverlangen, schreibt Wucherpfennig. Menschen könnten diese „Gottes-Nahrung“ nicht geben. „Das bedeutet aber auch, dass keine Kirche alleinige Macht über diese Speise beanspruchen kann“, schreibt er. Das Brot vom Himmel könne auch niemand billig abgreifen. Es sei ein Geschenk: „Gottes kostbare Gemeinschaft gratis für alle, die sie annehmen“, heißt es weiter in dem Kommentar.

Ein gemeinsames Abendmahl von Katholiken und Protestanten ist eine zentrale Frage der Ökumene. Aktuelle Brisanz hat es, weil nächstes Jahr in Frankfurt der Ökumenische Kirchentag stattfindet und viele Menschen erwarten, dass dort gemeinsame Abendmahlsfeiern stattfinden.

Ein kürzlich veröffentlichtes Arbeitspapier des Ökumenischen Arbeitskreises evangelischer und katholischer Theologen kommt zu dem Schluss, dass es keine theologischen Gründe gibt, die jeweils andere Konfession vom Abendmahl auszuschließen. Die Theologinnen und Theologen sprechen sich daher für eine wechselseitige Teilnahme am Abendmahl der jeweils anderen Konfession aus - ein Schritt hin zu einer gemeinsamen Abendmahlsfeier.

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Gemeinsames Abendmahl - wo ist das Problem?

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