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Frankfurter Soroptimistinnen unterstützen „Lilith - Wohnen für Frauen“

Den Erlös einer Fundraising-Party, einen Scheck über 2000 Euro, übergab der Frankfurter Club von Soroptimist International beim Sommerfest an die Einrichtung des Diakonischen Werkes für Frauen in sozialen Notlagen im Ostend.

Dagmar Nourney (vierte von rechts), Präsidentin des Soroptimist International Club Frankfurt Vision, überreicht die Spende an Mehri Farzan, Leiterin von „Lilith - Wohnen für Frauen“ der Diakonie. I Foto Rolf Oeser
Dagmar Nourney (vierte von rechts), Präsidentin des Soroptimist International Club Frankfurt Vision, überreicht die Spende an Mehri Farzan, Leiterin von „Lilith - Wohnen für Frauen“ der Diakonie. I Foto Rolf Oeser

Bunte Wimpel hängen im Grün, Frauen und Kinder speisen auf schattigen Bänken im Garten des Zentrums für Frauen am Zoo. „Lilith - Wohnen für Frauen“ lud Ende Juni zum Sommerfest ein – ehemalige und jetzige Bewohnerinnen der Unterkunft für wohnungslose Frauen des Diakonischen Werkes für Frankfurt und Offenbach sind gekommen. Und Frauen in gefestigten beruflichen Positionen und Lebenssituationen vom Soroptimist International Club Frankfurt Vision. Der vor fünf Jahren gegründete Frankfurter Club mit 28 Mitgliedern gehört zu Soroptimist International, der weltweit größten Service-Organisation berufstätiger Frauen.

Im Gepäck haben die Soroptimistinnen einen Spenden-Scheck: 2000 Euro übergeben sie an Mehri Farzan, die Leiterin von Lilith. „Es ist der Erlös aus unserer Fundraising Party Sommer Vision, die wir zugunsten des Hauses Lilith veranstaltet haben“, sagt Clubpräsidentin Dagmar Nourney. Wie es zu diesem Engagement kam? Als eine Gruppe um die evangelische Pfarrerin Margarete Reinel Anfang des Jahres „Lilith- Wohnen für Frauen“ als neues Projekt vorschlug, waren die übrigen Clubmitglieder sofort begeistert. „Wir möchten zum einen lokal arbeiten und zum anderen nicht nur mit Geld helfen, sondern uns aktiv mit Aktionen oder Patenschaften engagieren“, sagt Soroptimistin Vera Brosinger. Im Herbst plant der Club ein Kunstprojekt und eine Farb- und Typberatung bei Lilith.

Mehri Farzan, die Leiterin von „Lilith - Wohnen für Frauen“ der Diakonie der Evangelischen Kirche in Frankfurt und Offenbach freut sich über die Spende und das weitere Engagement der Soroptimistinnen. „Unsere Frauen suchen Patinnen, um sich über ihre berufliche Zukunft klarer zu werden.“ Zudem sei die Spende für die Gesundheit und Bildung der Frauen, die oft verschuldet sind sowie Gewalterfahrung haben, eine wichtige Unterstützung: „Die Kosten für Zahnreinigung werden nicht von der Krankenkasse übernommen und die für Brillen auch nicht.“ Die Spende soll zudem in einen Deutschkurs fließen.

28 Frauen in Not- und Krisensituationen leben im Übergangswohnhaus der Diakonie in vier Wohngruppen in Einzelzimmern, jeder Wohngruppe stehen eine Wohnküche und sanitäre Anlagen zur Verfügung. „Für manche Frauen bedeutet ‚Lilith‘ einen Wendepunkt in ihrem Leben“, sagt Farzan und lächelt. Manche Frauen bleiben nicht lange, andere leben dort zwei Jahre. Nach Wohnungsverlust und Schufa-Eintrag haben sie wenig Chancen, in Frankfurt eine Wohnung zu finden. Die meisten Frauen haben Erfahrung mit verdeckter Wohnungslosigkeit, das heißt sie haben beispielsweise bei Bekannten oder Verwandten übernachtet oder in Privathaushalten alte Menschen gepflegt und dort mitgewohnt. „Manche blieben zunächst auch lieber bei ihrem gewalttätigen Partner, als Gewalt von allen auf der Straße zu erfahren“, sagt Farzan. Sie öffnet die Tür zu einer der vier Wohngruppen, die im ersten und zweiten Obergeschoss des Zentrums für Frauen liegen. Schließt ein gerade unbewohntes Zimmer auf mit gelben Vorhängen, orangem Bettüberwurf, hellem Holzwandschrank mit eingebautem Waschbecken. Drei Mal in der Woche ist Männerbesuch erlaubt, nicht länger als bis 22 Uhr, weibliche Besucherinnen und Kinder können über Nacht bleiben.

Unten im Garten sagt Soroptimistin Vera Brosinger: „Es sind 28 Frauen, genau wie wir.“ Während ihrer ersten Begegnung sprachen Lilith-Bewohnerinnen die Soroptimistinnen bereits wegen Praktikums- oder Ausbildungsplätzen an und erkundigten sich nach Berufsmöglichkeiten. „Wir haben viel Erfahrung, die wir weitergeben können“, sagt Club-Präsidentin Dagmar Nourney. Frauen und Mädchen zu fördern und ihre Lebensbedingungen zu verbessern ist das Ziel der sorores otpimae, der besten Schwestern. Sie treten weltweit ein für die Interessen von Frauen und Mädchen ein und wollen nur das Beste für sie. In Frankfurt werden Lilith-Bewohnrinnen und Soroptimistinnen im Herbst ihre Kontakte weiter vertiefen.


Autorin

Susanne Schmidt-Lüer ist Pressesprecherin des Diakonischen Werkes für Frankfurt und Offenbach. Sie schreibt auch als freie Autorin vor allem über Sozialpolitik, Kirche, Alter und wirtschaftspolitische Themen.

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