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Schnitzeljagd geht auch per App!

Die kirchliche Jugendarbeit liegt in der Pandemie nicht brach, sagt die Stadtjugendreferentin Cornelia Gutenstein – sie hat sich nur verändert

Cornelia Gutenstein ist Stadtjugendreferentin für das Referat Jugendpolitik. Aktuell ist sie häufig auf Instagram zu sehen. Das evangelische Stadtjugendpfarramt hat dort einen eigenen Kanal. | Foto: eoa
Cornelia Gutenstein ist Stadtjugendreferentin für das Referat Jugendpolitik. Aktuell ist sie häufig auf Instagram zu sehen. Das evangelische Stadtjugendpfarramt hat dort einen eigenen Kanal. | Foto: eoa

Frau Gutenstein, zu normalen Zeiten gehen nachmittags etliche Kinder und Jugendliche in den Gruppenräumen der Kirchengemeinden ein und aus: Es treffen sich Pfadfinder*innen, CVJM-Gruppen, der Kinderchor und die Konfirmand*innen. Derzeit herrscht vielerorts gähnende Leere. Wie kann Jugendarbeit in der Pandemie funktionieren?

Natürlich ist die Situation eine besondere, das gilt für die Jugendreferent*innen auf Stadtebene und die vielen jungen Menschen und Hauptamtlichen, die in ihren Gemeinden aktiv sind. Wir müssen strenge Hygienemaßnahmen einhalten, was auch richtig ist. Dafür sind große Räume nötig, von denen es in den Gemeinden nur wenige gibt. Oft bietet sich nur der Gemeindesaal an, und da konkurrieren dann natürlich alle Gruppen miteinander, auch die der Erwachsenen. Nicht einfach – aber machbar.

Wie denn zum Beispiel?

Ach, da gibt es viele Möglichkeiten. Gerade Jugendliche sind ja offen für digitale Konzepte. Die Treffen auf Verbandsebene halten wir über Zoom ab, was super klappt. Auch unsere Vollversammlung haben wir digital gemacht, mit Workshops, Videos, Liveabstimmung und, und, und. Da kann man sich auch mal ganz spontan zusammenfinden, mit Teilnehmer*innen aus der ganzen Stadt – ich finde das wunderbar. Natürlich fehlt das Persönliche, man umarmt sich ja auch gerne, wenn man viel ehrenamtlich zusammen macht.

Aber vor Ort ist doch vieles weggebrochen: Ferienspiele, Freizeiten, Gruppenstunden. All das, was eine klassische kirchliche Sozialisation für Jugendliche ausmacht, gibt es nur noch in abgespeckter Form.

Das stimmt. Aber teilweise konnten die Freizeiten auch stattfinden. Es ist nur alles ein bisschen anders. Spiele im Freien gehen meist gut, dann muss man eben Fangen ohne Abklatschen spielen. Wettspiele sind oft kontaktfrei möglich, auch Klassiker wie Eierlaufen. Beim Basteln wird es schwierig, es können ja nicht einfach Stifte oder Scheren ausgetauscht werden, es muss ständig alles desinfiziert werden. Aber Schnitzeljagden eignen sich zum Beispiel gut für eine Gruppenstunde in der Pandemie, etwa via App. Auch das Konficamp findet in einer hybriden Version statt. Derzeit sind 150 Konfis aus 10 Gemeinden dabei.

Es gibt Apps für Schnitzeljagden?

Na klar. „Actionbound“ zum Beispiel. Das ist eine Software zum Erstellen und Spielen selbst konzipierter Themenrallyes, Schnitzeljagden oder Quizspiele. Damit kann man tolle Sachen machen, eine super Ergänzung zur klassischen Jugendgruppenarbeit.

Trotzdem haben viele Gemeinden die Arbeit mit den Jugendgruppen nach den Sommerferien noch nicht wieder aufgenommen...

Die Umsetzung der Hygienemaßnahmen erfordert große Anstrengungen. Nicht überall können Ehrenamtliche das stemmen. Aber es gibt auch ganz kreative neue Ansätze: In Griesheim zum Beispiel hat sich ein Gemeindepädagoge einfach auf die Straße gestellt, war ansprechbar. Andere haben Bastelpäckchen verteilt und Online-Quizze organisiert, oder auch Online-Escape-Rooms. Viele Angebote funktionieren online ziemlich gut, so kann man trotz alle dem in Kontakt bleiben.

Sie sind also ganz optimistisch?

Ja, auf jeden Fall! Ich finde es ganz falsch, immer nur zu jammern und zu sagen: Das geht nicht, jenes geht nicht. Vieles geht – nur eben ein bisschen anders.


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Anne Lemhöfer 74 Artikel

Anne Lemhöfer interessiert sich als Journalistin und Autorin vor allem für die Themen Kultur, Freizeit und Gesellschaft: www.annelemhoefer.de

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