Termintipps
Religiös motivierter Widerstand in der NS-Zeit: Vikar Yorck von Rabenau erinnert unter anderem an einen Vorfahren
Veranstaltungsreihe im Evangelischen Gemeindezentrum Sankt Nicolai beginnt am 4. Oktober
„Widerstehen“ ist die Reihe, die der Vikar Yorck von Rabenau im evangelischen Nachbarschaftsraum Ost initiiert hat, überschrieben. Um religiösen Widerstand aus christlicher und jüdischer Perspektive gegen den Nationalsozialismus geht es im Oktober und November bei fünf Veranstaltungen im Evangelischen Zentrum Sankt Nicolai in Form von zwei Vorträgen, einem Filmabend und einer Musikalischen Lesung. Eröffnet wird die Reihe am Sonntag, 4. Oktober 2026, 18 Uhr, mit einem Gottesdienst in der evangelischen Sankt Nicolai-Kirche, Waldschmidtstraße 114, Ostend.
Yorck von Rabenau, 29, seit 1. Februar 2026 Vikar im Ostend, hat persönlichen Bezug zu dem Thema. Sein Urgroßonkel, Friedrich von Rabenau, ein bei den Nationalsozialisten in Ungnaden gefallener Militär, der unter anderem Kontakt zum Kreisauer Kreis hielt, teilte sich zuletzt mit dem Theologen und Widerständler Dietrich Bonhoeffer in Flossenbürg eine Zelle. Im April 1945 wurden beide hingerichtet. Auch von Rabenau war Theologe und Widerständler, noch vor seiner Entlassung aus dem Militär hatte er heimlich angefangen Theologie zu studieren, 1943 schloss er mit dem Titel „Licentiatus theologiae“ ab.
Seine Eltern seien durchaus erfreut gewesen über seine Studienwahl, erzählt der Vikar. Er komme aber nicht aus einer „Theologenfamilie“. Der Vater des in der Vorderpfalz Aufgewachsenen ist Historiker und Politikwissenschaftler, die Mutter Betriebswirtin, in der Gemeinde engagiert, der Bruder Jurist, die Schwester Pädagogin.
Es habe ein Bewusstsein für die Familienhistorie gegeben und den Widerstand, so sei es nicht ganz zufällig, dass er dieses Thema zum Schwerpunkt seines Vikarsprojektes gemacht habe, sagt Yorck von Rabenau. Über den Vorfahren hält er am Mittwoch, 4. November, um 19 Uhr einen Vortrag. Samuel Linn, der sich in seinem Geschichtsstudium intensiv mit Holocaustforschung befasst hat, spricht am Mittwoch, 14. Oktober, 19 Uhr, über Jüdischen Widerstand. In dem Vortrag werde gewiss deutlich, dass es wesentlich mehr jüdischen Widerstand gegeben habe, als oft berichtet werde, sagt von Rabenau. Linn ist studentischer Mitarbeiter an der Universität Marburg, aktuell verfasst er eine Monographie zum jüdischen Widerstand, die im kommenden Jahr veröffentlicht werden soll.
Für Sonntag, 15. November, 19 Uhr, ist eine Filmvorführung vorgesehen. Vorgestellt wird ein bis heute recht unbekannter Widerständler mit religiöser Motivation. Ein Nachgespräch ergänzt die Vorführung des ab zwölf Jahren frei gegebenen Films. Der katholische Theologe, Christian Hess, Sitz in Pforzheim, stellt bei der Abschlussveranstaltung, einer Musikalischen Lesung, am Freitag, 27. November, 19 Uhr, sein Buch über den katholischen Priester Max Josef Metzger vor, ein Wegbereiteter der Ökumene und für Frieden Engagierter. Er wurde 1944 hingerichtet.
Gefragt nach weniger bekannten Vorbildern des religiös motivierten Widerstands in der NS-Zeit nennt Yorck von Rabenau neben Max Josef Metzger Herrmann Stöhr, einen evangelischen Christen und Kriegsdienstverweigerer. Vollkommen allein gelassen sei der gewesen, auch von seinen evangelischen Mitchristen, inklusive Bekennender Kirche, so von Rabenau. Als Landesverräter wurde Stöhr 1940 hingerichtet.
Musik
Sonntag, 27. September, 19 Uhr
Festeburgkirche, An der Wolfsweide 58, F-Preungesheim
Liederabend: „Vom Menschsein“
Auftakt der Festeburgkonzerte mit Christian Elsner, Tenor, Hartmut Höll, Klavier
Zur Eröffnung der Konzertsaison in der evangelischen Festeburgkirche, An der Wolfsweide 58, erklingen am Sonntag, 27. September, um 19 Uhr Lieder von Robert Schumann aus seinem Liederkreis op. 39 nach Gedichten von Joseph Eichendorff, sowie Lieder von Gustav Mahler auf Texte von Clemens Brentano und Mahler selbst.
Schumann schrieb den Liederkreis op. 39 in seinem von der Nachwelt so genannten „Liederjahr“ 1840 und bezeichnete das Werk als „sein Romantischstes“. Eichendorff, der einige der Lieder später in Wien hörte, bemerkte wohlwollend, dass Schumanns Musik seinen „Liedern erst Leben gegeben“ habe.
Die vielen Facetten des Lebens und der sie vertonenden Musik bringt das Duo Christian Elsner (Tenor) und Hartmut Höll (Klavier) meisterlich zum Ausdruck. Hartmut Höll, langjähriger Partner von Dietrich Fischer-Dieskau, begeistert mit Klangsinn, Sensibilität und dem Wissen um den Wert kammermusikalischer Zusammenarbeit. Im Duo mit Christian Elsner, einem international gefragten Solisten, der in den wichtigen Zentren klassischer Musik mit Dirigenten wie Mariss Jansons, Lorin Maazel, Yannick Nézet-Séguin oder Simon Rattle zusammengearbeitet hat, berührt der Liederabend die existentiellen Fragen unseres Daseins, unserer Vergänglichkeit und unserer Hoffnung.
Die Konzerte in der Frankfurter Festeburgkirche, Preungesheim, beginnen um 19 Uhr, Einlass ist ab 18.30 Uhr.
Konzertkarten gibt es an den bekannten Vorverkaufsstellen von Frankfurt Ticket sowie telefonisch unter 069 1340400 und online bei frankfurtticket.de, ebenso an der Abendkasse. Der Eintritt beträgt 25 Euro, ermäßigt 20 Euro, Freundeskreis-Mitglieder 15 und 5 Euro für Schüler:innen und Studierende (zzgl. Vorverkaufsgebühr).
Die Kirche ist barrierefrei.
Diskussion/Politik und Gesellschaft
Montag, 28. September, 19.30 Uhr
Gemeindehaus, Am Goldsteinpark 1a, F-Goldstein
Diskutheke: Was trägt uns heute?
Glaube und Gesellschaft
Wenn man heute mit Menschen spricht, bekommt man oft sehr unterschiedliche Antworten auf die Frage: Was gibt deinem Leben Halt? Die einen sagen: Familie. Andere: Erfolg im Beruf. Wieder andere: Sport, Gesundheit, Freunde oder einfach das Ziel, „glücklich zu sein“.
Auffällig ist: Wir haben viele Möglichkeiten, unser Leben zu gestalten – und trotzdem bleibt oft die Frage, ob das, was wir uns aufbauen, wirklich trägt, wenn es ernst wird. Wenn Krisen kommen, wenn etwas zerbricht, wenn Sicherheit wegbricht. Genau darüber lässt sich am Montag, 28. September 2026, ab 19.30 Uhr bei der „Discutheke“ im Dankes-Gemeindehaus, Am Goldsteinparkt 1a, ins Gespräch kommen.
„Glaube trifft Gesellschaft – Fragen unserer Zeit im Licht des christlichen Glaubens“: Jeweils am letzten Montag im Monat von 19.30 Uhr bis 21 Uhr im Gemeindehaus der Dankeskirche.
„Diskutieren sie mit uns, kritische Meinungen sind gerne gesehen“, so die Einladung.
Kreativität/Frauen
Montag, 5. Oktober, 15 – 18 Uhr
EVA am Frankfurter Berg, Julius-Brecht-Straße 1, Erdgeschoss rechts
Herbstliches Basteln für Frauen
Kreatives und Gespräche
Das EVA am Frankfurter Berg, Julius-Brecht-Straße 1, lädt Frauen am Montag, 5. Oktober 2026, von 15 bis 18 Uhr zu einem kreativen Herbstnachmittag ein. In gemütlicher Atmosphäre entstehen aus Naturmaterialien wie Blättern, Kastanien und Tannenzapfen unter anderem bunte Fensterbilder, Waldtiere und kleine Herbstgeschenke. Eigene Ideen können ebenfalls umgesetzt werden. Warme Getränke und kleine Snacks stehen bereit.
Anmeldung bis Freitag, 2. Oktober, per E-Mail an frauentreff-frankfurter-berg@frankfurt-evangelisch.de
Kosten: eigenes Material und Spenden für das EVA am Frankfurter Berg
Bewegung/Erwachsene
Donnerstag, 8. Oktober, 9.30 Uhr
Treffpunkt: Konstablerwache, Eingang C&A, F-Innenstadt
Gemütliche Wanderung zum Lohrberg
Gemeinsam laufen und einkehren
Die Evangelische Erwachsenenbildung Frankfurt lädt ältere Menschen zu einer gemütlichen Wanderung auf den Lohrberg ein. Gemeinsam geht es am Donnerstag, 8. Oktober 2026, 9.30 Uhr, vom Treffpunkt Konstablerwache, Eingang C&A aus, mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Seckbach und von dort auf gut begehbaren Wegen in ruhigem Tempo zum Lohrberg. Unterwegs stehen Natur, Bewegung und Begegnung im Mittelpunkt. Zur Mittagszeit ist eine Einkehr in der Lohrbergschänke geplant. Christel Roßbach, Koordinatorin Evangelische Erwachsenenbildung und Seniorenarbeit, wird die Wanderung begleiten. Es wird darum gebeten, auf Wetter angepasste Kleidung und bequemes Schuhwerk zu achten.
Die Teilnahme ist dank der Förderung durch die Diakonie-Stiftung Frankfurt und Offenbach kostenfrei. Anmeldung bis 1. Oktober unter Telefon 069 92105-6678 oder per E-Mail an erwachsenenbildung@frankfurt-evangelisch.de.
Musik
Sonntag, 4. Oktober, 18 Uhr
Heiliggeistkirche am Dominikanerkloster, Kurt-Schumacher-Straße 23, F-Innenstadt
Gast aus Wien
Wolfgang Capek, Augustinerkirche, tritt auf im Rahmen der Frankfurter Orgeltage 2026
Am Sonntag, 4. Oktober, kann der Kirchenmusikverein Frankfurt den Organisten der Wiener Augustinerkirche, Wolfgang Capek, bei den Frankfurter Orgeltagen in der Heiliggeistkirche am Dominikanerkloster, Kurt-Schumacher-Straße 23, Innenstadt, begrüßen. Auf dem Programm steht an dem Abend unter anderem von Georg Friedrich Händel (1685-1759) das Concerto B-Dur op. 4 N° 2
in einer Bearbeitung von Capek. Sigfrid Karg-Elerts (1877-1933) Hommage to Händel op. 75b – 54 Variationen über einen basso ostinato von Händel – wird zu hören sein. Aus dem Schaffen von Louis J. A. Lefébure-Wély (1817-1869) hat er Verset a-moll, Offertoire F-Dur, ausgewählt, von Camille Saint-Saëns (1835-1921) Allegretto, Allegro giocoso – aus den „Sept improvisations” op. 150.
Capek absolvierte seine Studien in Orgel, Klavier, Komposition und Kirchenmusik an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Wien sowie in Frankreich (bei Louis Robillard) und ist seither als Konzertorganist wie -pianist tätig.
Zahlreiche Konzertreisen, Aufnahmen, Meisterkurse, Jurorentätigkeit führten ihn in die Musikzentren nahezu aller Länder Europas, in die USA, nach Russland, Fernost und Australien. Als Solist wie auch kammermusikalisch arbeitet er ständig mit diversen bedeutenden in- und ausländischen Ensembles unter namhaften Dirigenten zusammen.
Langjährig Organist und Leiter der Chor- und Orchestergemeinschaft an der Marienkirche in Wien-Hernals, ist er seit 2009 auch Hauptorganist an der Augustinerkirche, dem kirchenmusikalischen Zentrum Wiens, und künstlerischer Leiter des internationalen „Sommer-Orgelfestivals St. Augustin“.
Wolfgang Capek ist Professor an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien für Orgel und Klavier. Seine vielfältige musikalische Tätigkeit umfasst Kompositionen für Klavier, Orgel und Chor sowie Arrangements von Klavier- und Orchesterwerken für Orgel solo und Aufnahmen für Rundfunk und Tonträger.
Sein breitgefächertes, virtuoses Repertoire umfasst alle Stilrichtungen mit einem Schwerpunkt bei der großdimensionierten Orgelliteratur des späten 19.und frühen 20.Jahrhunderts.
Der Eintritt kostet 8, ermäßigt 6 Euro.
Veranstalter der Orgeltage ist der Evangelische Regionalverband Frankfurt und Offenbach in Verbindung mit dem Kirchenmusikverein Frankfurt am Main e.V.
Für Mitglieder ist der Eintritt kostenlos.