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Trauer um eine evangelische Pionierin

Hannelore Ochs, einst erste Frau im Vorstand des evangelischen Gemeindeverbandes, ist im Alter von 91 Jahren verstorben

Hannelore Ochs an ihrem 91. Geburtstag  |  Foto: privat
Hannelore Ochs an ihrem 91. Geburtstag | Foto: privat

Die Evangelische Kirche in Frankfurt und Offenbach trauert um Hannelore Ochs, die am 20. Juni im Alter von 91 Jahren verstorben ist. Rund 16 Jahre gehörte Ochs dem Vorstand des Gemeindeverbandes, heute Evangelischer Regionalverband, an. „Sie war hier die erste Frau in solch einem Amt“, erinnert sich Christoph Führ, einer der Weggefährten und auch über Jahrzehnte in vielerlei Ehrenämtern der evangelischen Kirche engagiert.

Jürgen Telschow, Frankfurter Kirchenhistoriker und langjähriger Leiter der Verwaltung der evangelischen Kirche in Frankfurt, merkt an, dass Hannelore Ochs, bevor Anfang der achtziger Jahre Frauen im Hauptamt als Dekanin und Pröpstin erstmals Spitzenämter in der hiesigen evangelischen Kirche übernahmen, im Ehrenamt ein Zeichen setzte. Die gelernte Bankkauffrau, verwurzelt in der evangelischen Johannisgemeinde in Frankfurt-Bornheim, sei „keine Revoluzzerin“ gewesen. Hannelore Ochs habe sich für „ihre Kirche, so wie sie war, engagiert“, berichtet Telschow. Im Ehrenamt, aber dann auch als Sekretärin, unter anderem des Pfarrervereins.

Standvermögen habe Ochs gezeigt, würdigt Christoph Führ die Verstorbene, die bis zuletzt in den eigenen vier Wänden in Frankfurt-Seckbach lebte. „Auch in schwierigen Dingen hat sie den Mund aufgemacht“, sagt Jürgen Telschow. Zu den Engagements, die er neben dem unmittelbar kirchlichen erwähnt, gehört der Einsatz der Verstorbenen für die Aktion „Moloch Autobahn“. So hatte die Johannisgemeinde einstens ihre öffentlichkeitswirksame Aktion gegen den Bau der A66 benannt.

Hannelore Ochs' kirchliches Engagement färbte auch auf die Familie ab, Ehemann und Tochter wurden ebenfalls in die kirchliche Arbeit mit eingebunden, sei es als Dekanatsrechner, in der Jugendarbeit oder im Kirchenchor.

Neben dem vielfältigen kirchlichen Engagement blieb noch Zeit für anderes, für die Eintracht beispielsweise und für die große Liebe zum Reisen. Vielfach besuchte Hannelore Ochs mit ihrem Mann ihre Tochter, die als Geologin in Namibia lebt, und hatte dort große Freude an den heranwachsenden Enkelkindern. Hannelore Ochs' Urne wird in Swakopmund neben der ihres Mannes bestattet, unweit des Ortes, wo ihre Tochter und ihre Familie ansässig sind.


Die Trauerfeier für Hannelore Ochs findet am Donnerstag, 29. Juni 2023, 13.30 Uhr auf dem Bornheimer Friedhof, Dortelweiler Straße 104, statt.


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Bettina Behler 304 Artikel

Bettina Behler, Medieninformation Evangelische Öffentlichkeitsarbeit Frankfurt und Offenbach

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