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Weniger Großvorhaben – mehr Optimierung im Einzelnen

Bauprioritäten, Altenseelsorge und Mitarbeitervertretung beschäftigen Stadtsynode Frankfurt-Offenbach

Vereint stärker: Stadtdekan Achim Knecht mit der jüngsten Ausgabe des Evangelischen Frankfurt und Offenbach  I  Foto: Rolf Oeser
Vereint stärker: Stadtdekan Achim Knecht mit der jüngsten Ausgabe des Evangelischen Frankfurt und Offenbach I Foto: Rolf Oeser

Die ersten Wochen der gemeinsamen evangelischen Kirche Frankfurt und Offenbach, die Bauprioritätenliste 2020, die eine Reihe von Maßnahmen – vor allem Sanierungsarbeiten - an kirchlichen Gebäuden in den Blick nimmt und das Thema „Altenseelsorge“ standen oben auf der Agenda der Tagung von evangelischer Synode und Regionalversammlung gestern Abend im Frankfurter Dominikanerkloster.

Stadtdekan Achim Knecht zeigte sich in seinem mündlichen Bericht erfreut darüber, dass der Antrittsbesuch von ihm und Prodekanin Ursula Schoen bei dem Offenbacher Oberbürgermeister Felix Schwenke und auch das Zusammentreffen von Schoen und ihm mit dem dortigen Stadtverordnetenvorsteher Stephan Färber sehr positiv verlaufen seien. Er und die für die Gemeinden in Offenbach zuständige Prodekanin seien „auf großes Interesse an der kirchlichen Arbeit und am Engagement der Kirchengemeinden gestoßen“, gleiches gelte mit Blick auf die „sozialen und diakonischen Einrichtungen für die Menschen in der Stadt Offenbach“. Knecht zählte eine Reihe die beiden Städte betreffende sozialdiakonische und gemeindliche Neuerungen auf, die sich seit dem Zusammengehen zu Jahresbeginn entwickelt haben, zugleich wies er darauf hin, dass beispielsweise im Bereich Kindertagesstätten daran gearbeitet werde „ein Gefühl der Zugehörigkeit zum neuen Träger zu vermitteln“.

Monitoring sorgt für pünktlich warme Räume

Die Bauprioritätenliste für 2020 wurde den Delegierten von Friederike Rahn-Steinacker, Leiterin der Abteilung Bau, Hausverwaltung und Liegenschaften des Evangelischen Regionalverbandes Frankfurt und Offenbach, vorgestellt. Für 2020 sind Investitionen in Höhe von rund 15,872 Millionen Euro geplant. Unverändert machen die Ausgaben für Bauliches in punkto Kindertagesstätten und Krabbelstuben mit 42 Prozent den höchsten Betrag aus, vorgesehen sind etwa 6,6 Millionen, an zweiter Stellen stehen die Kirchen und Gemeindehäuser mit Gottesdienstraum, hierfür werden etwa 3,4 Millionen eingeplant, für Vorhaben übergemeindliche Einrichtungen, Wohn- und Geschäftshäuser betreffend wird mit rund 2,6 Millionen kalkuliert. Im Vergleich zum Ansatz für 2019 bedeutet die genannte Summe einen deutlichen Rückgang, die diesjährige Liste umfasst 28,75 Millionen, davon allein mehr als 19 Millionen für Kindertagesstätten und Krabbelstuben.

Während in der jüngeren Vergangenheit eine Reihe von Neubauten und größere Umbauten anstanden, geht es nun mehr um Sanierungen oder auch um gesteigerte Energieeffizienz. Rahn-Steinacker griff das Beispiel Steuerung und Monitoring von Kirchenheizungen auf. Bereits in das Jahr 2019 vorgezogen wird der Einbau von Technologien zur Heizungsüberwachung in 19 Kirchengemeinden. Sie sollen dafür sorgen, dass rechtzeitig zum Gottesdienst- oder Veranstaltungsbeginn die gewünschte Wärmetemperatur auf einfachem Wege erreicht wird. Weitere Gemeinden sollen in naher Zukunft mit solchen den CO2-Ausstoß um rund 10 Prozent reduzierenden Monitoringsystemen ausgestattet werden. Zu den Gemeinden, in denen größere Sanierungen anstehen, zählt die Sachsenhäuser Maria-Magdalena-Gemeinde, hier soll das Dach der Lukaskirche gedeckt und wärmegedämmt werden, auch das Dach der Lutherkirche im Nordend bedarf Bauarbeiten. Für das Gemeindehaus der Dornbuschgemeinde sind Brandschutz- und Sanierungsarbeiten vorgesehen – um drei der Projekte aus der Bauprioritätenliste zu nennen. Die den Kirchenparlamentariern vorgelegte Bauprioritätenliste enthält auch eine Reihe für 2021 vorgesehene Maßnahmen, vielfach betreffen sie Vorhaben in Offenbach, hier geht es aktuell darum, konkretere Kostenkalkulationen zu entwickeln.

Altenseelsorge – ein langfristig wichtiges Thema

In ihrem Vortrag zu dem Tagesordnungspunkt Altenseelsorge verwies die in Frankfurt und Offenbach für dieses Thema koordinierend zuständige Pfarrerin Silke Peters darauf, dass die Anforderungen sich durch geänderte Lebenssituationen älterer Menschen gewandelt hätten. Peters konstatierte eine „wachsende Durchlässigkeit zwischen ambulantem und stationärem Bereich“. Zugleich seien auch die zu Hause lebenden Leute oft nicht mehr so mobil, um sonntäglich den Gottesdienst zu besuchen, hier gelte es gleichfalls neue Angebote zu machen, schließlich wachse der Bedarf an Seelsorge im Alter oft. Wie wichtig Seelsorge als Merkmal kirchlicher Arbeit ist, betonten mehrere Beiträge der Delegierten – und das gelte für alle Generationen. Peters berichtete auch über generationenübergreifende Projekte, die sie begleite, unlängst beispielsweise eins zu „Freundschaft“ zwischen Jugendlichen und Senioren und Seniorinnen. Der Evangelische Verein für Innere Mission Frankfurt am Main betreut in seinen Altenheimen rund 700 Menschen und kooperiert auch mit Peters. Martin Barschke, theologischer Vorstand des Vereins, sprach sich ausdrücklich dafür aus, die Koordinationsstelle für Altenseelsorge über das Jahr 2024 hinaus anzulegen. Eine Auffassung, für die auch die Kirchenparlamentarier votierten.

Größere Dekanate brauchen größere Mitarbeitervertretungen

Prodekan Holger Kamlah, zu dessen Zuständigkeitsbereich die Gemeinden im Frankfurter Nordwesten zählen, stellte einen an die Landessynode der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau gerichteten Antrag vor, die Höchstzahl der Mitglieder der Mitarbeitervertretung, die aktuell bei neun liegt, heraufzusetzen. Die bisherige aus dem Jahr 1989 stammende Regelung werde vergrößerten Stadtdekanaten wie Frankfurt-Offenbach nicht gerecht, Im Nordwesten vertrete die MAV 924 Mitarbeitende, in Südost 654, die MAV des Evangelischen Regionalverbandes sei für 1534 Beschäftigte zuständig, zählte der Prodekan auf. Vor allem für Frankfurt und Offenbach, aber auch für das Stadtdekanat Wiesbaden sei das ein relevantes Thema, so Kamlah. Ohne Gegenstimmen oder Enthaltungen wurde dieser an die EKHN-Landessynode gerichtete Initiativantrag angenommen.


Autorin

Bettina Behler 59 Artikel

Bettina Behler, Medieninformation Evangelische Öffentlichkeitsarbeit Frankfurt und Offenbach