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Winteraktion für Bedürftige in Sankt Katharinen: Nahrung für Leib und Seele

Was Warmes zu Essen - nicht nur darum geht es vom 9. bis zum 27. Januar 2023 in dem evangelischen Gotteshaus an der Frankfurter Hauptwache. Zeit zur Ruhe zu kommen oder auch mit anderen ins Gespräch - auch das bietet die Sankt Katharinengemeinde zusammen mit zahlreichen Unterstützer:innen.

Winterspeisung 2019  - fast so wie damals ist es 2023 wieder nach coronabedingten Einschränkungen. I Foto: Rolf Oeser
Winterspeisung 2019 - fast so wie damals ist es 2023 wieder nach coronabedingten Einschränkungen. I Foto: Rolf Oeser

Für Stadtkirchenpfarrer Olaf Lewerenz ist die Winteraktion in Sankt Katharinen, die 2023 vom 9. bis zum 27. Januar an der Hauptwache stattfindet, „eine besondere Form kerngemeindlicher Arbeit“. Wer sich zur Mittagsessenszeit hier einfindet, auf einem der Stühle oder einer der Kirchenbänke rastet, „der ist nicht wohlhabend“.

Viele leben auf der Straße, aber nicht alle. Sehnsucht nach einer warmen Mahlzeit, auch nach Gemeinschaft, führt die Menschen in das evangelische Gotteshaus. „Haben Sie mittlerweile eine Wohnung gefunden?“, „Hast du eigentlich XY mal gesehen?“, das sind Fragen, die gestellt werden.

„Nach dem Essen spielen zwei aus Asien Stammende häufig Schach, einige kloppen Karten oder halten Schwätzchen“, weiß Lewerenz aus den vergangenen Jahren. Andere ruhen sich auf den Feldbetten im Altarraum aus. Leicht temperiert wird die Katharinenkirche während dieser Tage sein.

Der Stadtkirchenpfarrer will nichts beschönigen, das Beisammensein in den Januarwochen ist kein Hort der reinen Glückseligkeit, „es gibt auch Spannungen“. Aber die Menschen erleben versorgt und willkommen zu sein. Zwei Mal in der Woche wird nachmittags eine kurze Andacht gehalten. Musik sorgt für Abwechslung, Auftritte der Bläserschule oder auch von Studierenden der Musikhochschule sind geplant.

Das kirchliche Catering-Unternehmen Martha's Finest bereitet das Essen zu. In der Regel werden anfangs rund 150 Mahlzeiten nachgefragt, gegen Ende der Aktion seien es 270, 280 Portionen, erzählt Lewerenz. Im vergangenen Jahr gab es aus Corona-Schutzgründen lediglich Suppengetränke, dieses Mal werden nach dem „Ein-Kellen-Prinzip“ wieder Aufläufe wie Lasagne oder auch schmackhafte Eintöpfe serviert, immer ist zumindest eine vegetarische Option dabei. Ein bisschen weiter auf Abstand sind auch in diesem Jahr die Stühle im Essensbereich platziert, statt einst sechs, stehen nur noch vier Stühle an den Tischen.

Ehrenamtliche teilen die Mahlzeiten aus, haben zudem ein offenes Ohr für die Menschen, die kommen. Rund 20 Stammhelfer:innen engagieren sich für die Aktion, manche tischen tagtäglich auf, andere an zwei Nachmittagen. Dankbar ist Lewerenz für diesen Einsatz. Drei Frauen, Julia Eckelhöfer, Georgia von Holtzapfel und Stephanie Jost, bilden das Rückgrat der Aktion. Dieses Jahr helfen erstmals auch viele Mitarbeiter*innen von Visa-Card mit.

Dankbar ist der Stadtkirchenpfarrer aber auch für die Spenderinnen und Spender, die das Angebot in Sankt Katharinen ermöglichen. Die Heinz- und Gisela-Friederichs-Stiftung zählt dazu, die Rentenbank. Eine Reihe an Privatpersonen steuert Beträchtliches bei.

Gefreut hat Lewerenz auch eine Überweisung aus der Evangelischen Martinusgemeinde in Frankfurt-Schwanheim. 111 Jahre ist die Gemeinde 2022 alt geworden, entsprechend dieser Zahl haben viele fleißige Hände Socken gestrickt, der Verkaufserlös in Höhe von 1500 Euro floss in die Winteraktion.

So wird aus warmen Socken ein warmes Essen.


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Bettina Behler 229 Artikel

Bettina Behler, Medieninformation Evangelische Öffentlichkeitsarbeit Frankfurt und Offenbach