Neulich ... - Die Kolumnen aus EFOI

"Ich bade die Suppe für Dich aus"

Redewendungen oder ­Redensarten verwenden wir alle, sie bringen bildlich Sachen auf den Punkt. Lustig wird’s dann, wenn sie verdreht werden, weil wir die Ursprünge einer Redewendung nicht mehr kennen.

Ralf Bräuer ist Leiter der Redaktion von "Evangelisches Frankfurt und Offenbach" und der Öffentlichkeitsarbeit der Evangelischen Kirche in Frankfurt und Offenbach
Ralf Bräuer ist Leiter der Redaktion von "Evangelisches Frankfurt und Offenbach" und der Öffentlichkeitsarbeit der Evangelischen Kirche in Frankfurt und Offenbach

Ich will nun nicht den Teufel an die Wand werfen, weil auch ich nicht den Stein der Waisen gefressen habe. Aber ich bringe gern mal solche Sachen aufs Trapez, und da wird doch manchmal das Huhn in der Pfanne verrückt! Renne ich da bei Ihnen offene Ohren ein? Wenn Redensarten verdreht werden, liegt das meist an falscher Mund-zu-Mund-Propaganda. Ich will nun nicht den schwarzen Peter an die Wand malen. Aber wo der Hase begraben ist, ist doch klar: Ewig währt am längsten! Allerdings gibt es manchmal auch einen kleinen Wehmutstropfen, wenn die Würfel neu gemischt werden. Ich locke Sie jetzt einfach mal aus der Konserve und hoffe, dass Sie nicht wie ein Schoßhund heulen werden. Falls doch, bleibt der Kelch mal wieder an mir hängen und ich werde die Suppe für Sie ausbaden. Machen Sie sich bitte nicht lächerlich über mich! Aber ich will nun nicht vom Hütchen aufs Stöckchen kommen.

Die richtige Verwendung von Redensarten ist häufig ein ganz schmaler Spagat, für manche sogar ein zweigleisiges Schwert. Da streiten sich dann die Geister! Und platzt einem nicht die Hutschnur, wenn jemand behauptet, er sei eine Konifere auf diesem Gebiet? Da sträuben sich mir die Zehennägel! Sind die denn alle mit dem Pudersack gebeutelt?! Da fühlt man sich dann schnell wie das vierte Rad am Wagen. Aber wir wollen jetzt nicht das Pferd von hinten aufrollen, denn so kommen wir nie auf einen gemeinsamen Zweig. Stecken wir den Sand nicht in den Kopf, denn wir wissen doch, dass die Katze das Mausern nicht lässt. Also einfach mal zehn gerade sein lassen, dann wecken wir auch keine schlafenden Hühner.


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Ralf Bräuer 39 Artikel

Ralf Bräuer ist Leiter der Redaktion von "Evangelisches Frankfurt und Offenbach" und der Öffentlichkeitsarbeit der Evangelischen Kirche in Frankfurt und Offenbach