Ethik & Werte

Neulich im Verkehr: Dieser Umgangston geht gar nicht!

Fast schon gilt es als Kavaliersdelikt, andere zu beleidigen. Es genügt nicht mehr, selbst höflich zu bleiben. Wir müssen im Alltag aktiv gegensteuern.

Stephanie von Selchow ist Mitglied der Redaktion des EFO-Magazins. | Foto: Tamara Jung
Stephanie von Selchow ist Mitglied der Redaktion des EFO-Magazins. | Foto: Tamara Jung

Neulich fuhr eine Freundin von mir auf einer großen, befahrenen Straße mit dem Fahrrad zur Arbeit. Als sie an einer Seitenstraße vorbeiradelte – vollkommen verkehrsgerecht – ließ eine Frau, die mit ihrem Auto rechts abbiegen wollte, plötzlich das Fenster herunter und beschimpfte meine Freundin mit den unflätigsten Schimpfwörtern. Offenbar war sie der anderen im Weg.

Meine Freundin war so erstaunt, dass sie nicht einmal beleidigt war. Sie nahm noch wahr, dass die Frau einen schicken Hosenanzug trug, sich solche Kraftausdrücke bei ihrer Arbeit also ziemlich sicher nicht leisten konnte, und wunderte sich darüber, dass jemand, der es doch besser wissen müsste, sie so derart unverhältnismäßig beschimpfte.

Meine Freundin, die im Vorbeifahren auch kaum eine Chance hatte, zu reagieren, blieb gelassen, aber ich war empört. So einen Tonfall sollten wir in unserer Gesellschaft nicht zulassen: Wut und Hass rufen schnell wieder Wut und Hass hervor. Cool wäre, ruhig zu bleiben und zu spiegeln, wie so etwas ankommt und welches Licht es auf die Schimpfenden wirft. Ein denkbar schlechtes. Peinlich.

Es genügt vielleicht schon ein einfaches: „So können Sie nicht mir reden!“ Achtung muss man manchmal einfordern. Denn die verdienen wir alle.


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Stephanie von Selchow ist Redakteurin von "Evangelisches Frankfurt und Offenbach".

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