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Eine offizielle Vertretung für die Jugend in der evangelischen Kirche Frankfurts

Zwanzig junge Menschen vertreten von nun an die Interessen ihrer Altergenossen*innen in der evangelischen Kirche Frankfurt. Mitarbeit in unterschiedlichen Gremien ist möglich.

Sie vertreten die Interessen der Jugend in der Frankfurter evangelischen Kirche. | Foto: Angela Wolf
Sie vertreten die Interessen der Jugend in der Frankfurter evangelischen Kirche. | Foto: Angela Wolf

Junge Menschen zwischen 14 und 27 Jahren haben gestimmt – für die erste und ihre eigene Interessensvertretung innerhalb der Evangelischen Kirche in Frankfurt. In feierlichem Ambiente, moderiert von Stadtjugendpfarrer Christian Schulte und Stadtjugendreferentin Connie Gutenstein, kamen die Delegierten der Gemeinden und viele Interessierte zusammen. Und sie schreiben Geschichte. Von nun an haben die jungen Frauen und Männer Mitspracherecht. In der Synode zum Beispiel, aber auch im Rat der Evangelischen Jugend in Frankfurt. Wählbar sind die Vertreterinnen und Vertreter auch in den Stadtjugendring oder in die Vertretung der Evangelischen Jugend in Hessen und Nassau.

Fast symbolisch kam die Wahl daher, in von der Jugend politisierten Zeiten. Ob „Fridays for Future“ oder „Rezo“ – es tut sich was in der demografischen Minderheit. Junge Menschen und ihr Mitbestimmungspotential treten aufs Tableau, und die Erwachsenenwelt gibt sich völlig überrascht. Dabei ist und sollte ihr Recht auf Teilhabe kein Novum sein und exotisch schon gar nicht.

Die gewählten 20 Vertreter*innen – Franka John ist mit 14 Jahren die Jüngste – können jetzt in die Vollen gehen. Sie können helfen, die Kirche fit zu machen für die vorausliegende Zeit. Jugendliche und junge Erwachsene haben einen differenzierten Blick auf die Zukunft, auf ihre Zukunft. Sie haben eigene Vorstellungen davon, wie die Kirche sich entwickeln sollte. Mit dieser Perspektive gilt es, einen tragbaren Konsens gemeinsam mit den Erwachsenen zu finden.

Gelingen kann eine Zukunftswerkstatt „Kirche“ nur dann, wenn die heranwachsende Generation eine Heimat in ihr findet. Die jungen Leute werden von jetzt ab an einem Ort feilen, an dem sie sich wohl und angenommen fühlen. Sie werden bereit sein, dies im Generationenaustausch zu tun. Gemeinsam und auf Augenhöhe, mit gegenseitigem Respekt und Anerkennung der jeweiligen Bedürfnisse wartet hier eine Chance auf.

Die Wahl der Evangelischen Stadtjugendvertretung ist ein positives Signal. Die Jugendlichen werden mit ihren Bedarfen ernst genommen. Die Evangelische Kirche in Frankfurt richtet ihren Blick in die Zukunft. Teilhabe wird praktisch gelebt. Als voranschreitendes Vorbild hat die evangelische Stadtjugendvertretung vielleicht so viel Wirkkraft, dass ein Jugendparlament auf kommunaler Ebene in Frankfurt folgt.

Nach erster konstituierender Sitzung im Juni wird die Jugendvertretung Schritt für Schritt in die Selbstständigkeit überführt. Christian Schulte ist positiv und voller Vertrauen. Nach der Wahl ist vor der Wahl und es gibt reichlich zu tun. Zwischendurch aber soll immer wieder gefeiert werden. Tolle Aussichten.


Autorin

Angela Wolf 40 Artikel

Angela Wolf ist Mitglied der Redaktion von Evangelisches Frankfurt und Offenbach. Sie studierte Soziologie, Politikwissenschaften und Psychoanalyse in Frankfurt am Main, arbeitet als freie Autorin und ist ehrenamtlich aktiv.

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