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Kein Neubau fürs Bibelmuseum

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Für das Erlebnismuseum Bibelhaus am Frankfurter Museumsufer wird es keinen Neubau geben. Das hat die Synode der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau bei ihrer Herbsttagung beschlossen. Damit bleibt die Zukunft des Hauses weiterhin offen. 2020 wird das Bibelmuseum nochmal mit einem Zuschuss von 700.000 Euro unterstützt.

Ausstellung mit historischen Bibeln. Die Zukunft des Erlebnismuseums am Frankfurter Museumsufer bleibt weiterhin ungewiss. | Foto: Rolf Oeser
Ausstellung mit historischen Bibeln. Die Zukunft des Erlebnismuseums am Frankfurter Museumsufer bleibt weiterhin ungewiss. | Foto: Rolf Oeser

Die Zukunft des Erlebnismuseums Bibelhaus in Frankfurt ist schon länger Gegenstand von Planungen und Gesprächen in der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN). Denn der Betrieb des Hauses in der Metzlerstraße 19 in Sachsenhausen muss jedes Jahr mit 700.000 Euro aus Kirchensteuermitteln unterstützt werden. Insgesamt beträgt der Jahresetat des Museums zurzeit rund eine Million Euro.

Vor einem Jahr hatte die Synode der EKHN, das Kirchenparlament, ein umfassendes Konzept mit Szenarien für die Zukunft des Hauses gefordert. Synodale Ausschüsse und Experten plädierten schließlich für einen kompletten Neubau in der Innenstadt auf einem Gelände des Evangelischen Dekanats Frankfurt mit einem Volumen von 22 Millionen Euro und einem jährlichen Zuschussbedarf von bis zu 1,4 Millionen Euro.

Die Kirchenleitung verwarf diese Ausbaupläne allerdings als zu teuer. Angesichts von anstehenden Einsparungen im kirchlichen Haushalt setzte sie die Grenze eines möglichen finanziellen Engagements bei einer einmaligen Investition von fünf Millionen Euro und einem jährlichen Zuschuss von 500.000 Euro an. Gespräche mit möglichen Unterstützern wie der Stadt Frankfurt oder Stiftungen haben bisher zu keinem greifbaren Erfolg mit Finanzierungszusagen geführt.

Der Einschätzung, dass ein Neubau zu teuer ist, hat sich nun auch die EKHN-Synode bei ihrer Sitzung Ende November angeschlossen. Wie es mit dem Bibelhaus in Zukunft weitergeht, bleibt zunächst weiter offen. Geprüft werden soll nun, ob das Erlebnismuseum in ein vorrangig pädagogisches Haus auf der Schwelle zwischen Schule, Kirche und Gesellschaft umgewandelt werden kann. Ebenfalls soll untersucht werden, ob eine Verlegung nach Mainz und eine Kooperation mit dem dortigen historischen Alten Dom St. Johannis realisierbar ist.

In der Debatte hatte der Präses der Kirchensynode, Ulrich Oelschläger, die gesellschaftliche Rolle des Hauses hervorgehoben. Das Museum habe im Rhein-Main-Gebiet eine archäologische und pädagogische Alleinstellung. Der hessen-nassauische Kirchenpräsident Volker Jung hatte auch eine Öffnung des Bibelhauses für weitere Religionen und deren Schriften in Spiel gebracht. Dies könne auch die Akzeptanz bei möglichen Förderern erhöhen. Auch die zuständige Dezernentin für Kirchliche Dienste, Melanie Beiner, würdigte das Erlebnismuseum als ein Haus, das „wichtige und hoch anerkannte Arbeit leistet“. Der Erfolg sei „uneingeschränkt zu loben“.

Das Bibelhaus ist 2003 in einer ehemaligen Kirche am Frankfurter Museumsufer eröffnet worden. Heute besuchen jährlich über 25.000 Menschen das 500 Quadratmeter große Erlebnismuseum in Trägerschaft der Frankfurt Bibelgesellschaft. 2020 wird die EKHN das Museum noch einmal mit 700.000 Euro unterstützen.


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