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Koreanische Gemeinde enthüllt Mahnmal für die Opfer sexualisierter Gewalt

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Während des Zweiten Weltkriegs hat die japanische Arme rund 200.000 Mädchen und junge Frauen als so genannte „Trostfrauen“ gezwungen, in Armeebordellen für japanische Soldaten zur Verfügung zu stehen. Zur Erinnerung an diese Form der Sklaverei ist nun vor der Koreanischen Gemeinde im Frankfurter Gallus eine „Statue für den Frieden“ aufgestellt worden.

Die „Statue für den Frieden“ wurde am Sonntag vor der koreanischen Kirchengemeinde im Gallus enthüllt. | Foto: Ilona Surrey
Die „Statue für den Frieden“ wurde am Sonntag vor der koreanischen Kirchengemeinde im Gallus enthüllt. | Foto: Ilona Surrey

Geschaffen wurde die Statue von dem koreanischen Künstler*innen-Ehepaar Kim Eun-Sunk und Kim Seo-Kyung. Sie erinnert an das Schicksal der koreanischen Zwangsprostituierten, die zwischen 1931 und 1945 als so genannte "Trostfrauen" versklavt wurden. Erst spät sind diese Verbrechen überhaut anerkannt und zur Sprache gebracht worden.

Gleichzeitig steht die Statue aber auch für das Leiden aller Menschen weltweit, die sexualisierter Gewalt in Kriegen ausgesetzt waren und sind. Denn tatsächlich gehört dies noch immer zu den wenig beachteten Gewalterscheinungen in Kriegs-Situationen. Auch in der deutschen und europäischen Geschichte wurden Frauen in Kriegen systematisch vergewaltigt, und internationale militärische Einsätze in der Gegenwart bezeugen diese besonders menschen- und frauenverachtende „Kriegstaktik“ bis heute.

Anlass der Initiative, die unter anderem vom Evangelischen Stadtdekanat Frankfurt und Offenbach sowie den Evangelischen Frauen in Hessen und Nassau unterstützt wird, ist das 50-jährige Bestehen der koreanischen Gemeinde im Rhein-Main-Gebiet. (wir berichteten).

Begleitend zur Aufstellung der Statue gibt es den kommenden Wochen eine Reihe von Veranstaltungen.

"Kiegswaffe Vergewaltigung. Sexualisierte Gewalt gegen Frauen in Konflikten" ist das Thema einer Podiumsdiskussion am Dienstag, 17. März, um 19 Uhr in der Evangelischen Akademie Frankfurt, Am Römerberg 9. Mit dabei sind Simone Wisotzki (Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung), Nariza Goreya (Demokratische Selbstverwaltung Nordostsyrien), Anita Starosta (Medico International) und Jana Freudenberger (Pax Christi).

"Als die Soldaten kamen". Die Historikerin Miriam Gebhardt hat die sexualisierte Gewalt von Seiten alliierter Soldaten gegen Frauen in Deutschland am Ende des Zweiten Weltkriegs geforscht. Sie kommt am Mittwoch, 6. Mai, um 19.30 Uhr ins Haus am Dom.

Sexualisierte Gewalt in der Bibel. Auch biblische Texte thematisieren Gewalt gegen Frauen. Darüber spricht die Theologin Ruth Poser aus Marburg am Mittwoch, 22. April, um 18.30 Uhr im Evangelischen Frauenbegegnungszentrum, Saalgasse 15.


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