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Mike Josef: „Der Riederwald und Fechenheim-Nord sind nicht abgehängt“

Zum Auftakt der Fastenzeit hat der Frankfurter Planungsdezernet Mike Josef in der Philippuskirche im Riederwald gepredigt. Aus seiner Sicht sind Riederwald und Fechenheim-Nord keine abgehängten Stadtteile.

Pfarrer Fred Balke und Planungsdezernent Mike Josef in der Philippuskirche im Riederwald.  | Foto: Angela Wolf
Pfarrer Fred Balke und Planungsdezernent Mike Josef in der Philippuskirche im Riederwald. | Foto: Angela Wolf

Planungsdezernent Mike Josef bescheinigt dem Riederwald und auch Fechenheim-Nord bei seinem Gastauftritt in der Philippuskirche am vergangenen Sonntag eine keineswegs abgehängte Situation. Beide Stadtteile seien innenstadtnah und mit öffentlichen Verkehrsmitteln hervorragend angebunden, so der SPD-Politiker in seiner Fastenpredigt. Beide seien auch gut ausgestattet mit Kindertageseinrichtungen, und eine „wundervolle Architektur-Bandbreite des 20. Jahrhunderts“ mache gerade den Riederwald zu etwas ganz Besonderem.

Dabei bestritt Josef nicht, dass es auch Probleme gibt. „Ich weiß natürlich um die extreme Verkehrsbelastung hier am Erlenbruch oder die Parkplatzsituation bei Veranstaltungen am Bornheimer Hang.“ Ganz zu schweigen von der ständigen Diskussion um den Riederwaldtunnel – alles Dinge, für die es aber keine schnellen Lösungen gebe.

Der wird sicher in einer späteren Fastenpredigt der Reihe noch zur Sprache kommen, nämlich am Sonntag, 18. März, wenn Alexander Pilz zu Gast ist, der Regionalbeauftrage von „Hessen Mobil“, also der Verwaltungsbehörde, die in Hessen für Straßen- und Verkehrsmanagement zuständig ist. Der Riederwaldtunnel bewegt schon lange die Gemüter der betroffenen Stadtteile. Anwohnerinnen und Anwohner fürchten um ihre Nachbarschaften, die durch jahrelange Bauarbeiten nicht ohne Blessuren davonkommen werden.

Bei dem Thema sind die Fronten verhärtet. „Ich wünsche mir durch die Predigt, dass Hessen Mobil ein menschlicheres Gesicht zeigt und offen auf die Ängste der Bürgerinnen und Bürger eingeht“, sagt Pfarrer Fred Balke, der die Fastenpredigt-Reihe konzipiert hat.

Generell hofft er, durch die Öffnung der Sonntagsgottesdienste für Gäste aus der Lokalpolitik neue Impulse für den Riederwald. Wichtig sei auch eine stärkere Einbindung der migrantischen Bevölkerung, betont Balke. „Das haben wir noch immer nicht befriedigend geschafft. Niemand soll sich hier abgehängt fühlen.“

Das Gute am Setting einer Predigt, so Balke, sei auch, dass die Form zum Zuhören einlädt. „Vielleicht nehmen das die Gäste zum Anlass, für brisante Themen auch mal andere Töne anzuschlagen.“ Stadtrat Mike Josef ist das zum Auftakt schon mal gelungen. Und auch bei den Gemeindemitgliedern scheint die Form anzukommen: Die Kirchenbänke sind jedenfalls recht gut gefüllt.

 

Weitere Fastenpredigten in dieser Reihe: 

Sonntag, 11. März, 17 Uhr: Predigt der Quartiersmanager_innen aus Fechenheim-Nord und dem Riederwald
Sonntag, 18. März, 17 Uhr: Predigt von Alexander Pilz, Regionalbeauftrager von „Hessen Mobil“
Anschrift: Evangelische Philippuskirche, Raiffeisenstraße 70.


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Angela Wolf 47 Artikel

Angela Wolf ist Mitglied der Redaktion von Evangelisches Frankfurt und Offenbach. Sie studierte Soziologie, Politikwissenschaften und Psychoanalyse in Frankfurt am Main, arbeitet als freie Autorin und ist ehrenamtlich aktiv.