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Renovierung der Diakonissenkirche im Holzhausenviertel ist abgeschlossen

Auf den Gesang der Schwestern im Gottesdienst musste die Frankfurter Diakonissenkirche im Holzhausenviertel 13 Monate lang verzichten. Stattdessen hatten Presslufthämmer, Sägen und Bohrmaschinen die akustische Oberhand: Die Kirche ist aufwendig saniert worden.

Schön neu und hell: die Diakonissenkirche im Nordend nach ihrer Renovierung. | Foto: Doris Stickler
Schön neu und hell: die Diakonissenkirche im Nordend nach ihrer Renovierung. | Foto: Doris Stickler

An den Glocken der Diakonissenkirche orientieren sich viele Menschen im Holzhausenviertel. Ziemlich lange mussten sie auf das Geläut verzichten. Jetzt erstrahlt das sanierte Gotteshaus zwar, wie man sagt, in neuem Glanz – doch der ist meist gar nicht zu sehen. Renoviert wurden in der Kirche des Diakonissenhauses nämlich vor allem die Haustechnik sowie marode Gebäudeteile. Unmittelbar ins Auge fallen daher in erster Linie die frisch geweißten Wände.

Auch der neue Natursteinfußboden wird kaum wahrgenommen, was Pfarrer Matthias Welsch aber nicht wundert: „Wir haben lange gesucht, um die gleichen Porphyrplatten wiederzubekommen und sogar den Steinbruch gefunden, aus dem die alten stammten.“ Die mussten wegen des Einbaus einer Fußbodenheizung herausgerissen werden.

Da die Kirche täglich genutzt wird, lohnte sich der Umbau besonders: Die Heizkosten werden zukünftig nur noch halb so hoch sein, so Welsch. Die komplette Umstellung auf LED-Beleuchtung senke die Betriebskosten ebenfalls.

Im Zuge der Renovierung wurden außerdem die Buntglasfenster restauriert und mit Lüftungsklappen versehen, die Orgel gewartet, die Toilette rollstuhlgerecht gemacht, das Dach neu gedeckt, die Turmspitze instandgesetzt, Hahn und Kugel neu vergoldet, die Kirche auch von außen gestrichen und der Außenbereich neu angelegt.

Überdies wurden die Glocken überholt, die sich nun wie die gesamte Innenbeschallung digital steuern lassen. Der leitende Architekt Carsten Volleth betonte beim Festgottesdienst zur Wiederinbetriebnahme der Kirche, dass trotz einigem Unvorhergesehenen der ursprüngliche Zeit- und Kostenplan nahezu eingehalten wurde.

Die Kosten von 1,5 Millionen Euro konnten durch die Überlassung einer Erbschaft, aus Spenden sowie Mitteln der Diakonissengemeinde finanziert werden. Da die Sanierung im Grunde schon 2014 mit der Fundamentverstärkung des sich absenkenden Turms begonnen hatte – um Gewissheit über die Stabilität zu erhalten, musste dann noch drei Jahre gewartet werden –, durchlebte die Diakonissengemeinschaft vier nervenzehrende Jahre. Umso größer ist die Freude über das Ende der Sanierung, zumal im kommenden Jahr ein rundes Jubiläum ansteht: 1959 wurde der Neubau der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Diakonissenkirche in Betrieb genommen.


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Doris Stickler 37 Artikel

Doris Stickler ist freie Journalistin in Frankfurt.

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