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Wortstark im Frankfurter Westend

„Übergänge wollen gestaltet sein“, sagt Pfarrerin Lisa Neuhaus. Zum Übergang vom Wochenende zur Arbeitswoche gestaltet sie viermal im Jahr einen Abendgottesdienst in der evangelisch-reformierten Kirche im Westend. Der nächste ist am 7. April.

Wortstark: Die Predigt steht in reformierten Gottesdiensten im Mittelpunkt. | Foto: Stettin
Wortstark: Die Predigt steht in reformierten Gottesdiensten im Mittelpunkt. | Foto: Stettin

„Der Sonntagabend ist der Übergang vom Wochenende zur Arbeitswoche, vom Sonntag zum Werktag, von einer Zeit der Ruhe und Erholung zum Alltag“, sagt Lisa Neuhaus, „und zudem wie jeden Tag: Vom Hellen ins Dunkle, vom Tag in die Nacht.“ Vor ihrer Pensionierung war Neuhaus Pfarrerin in der Petersgemeinde im Nordend, zurzeit hält sie viermal im Jahr einen Abendgottesdienst in der evangelisch- reformierten Gemeinde, wo sie jetzt Mitglied ist.

Die Liturgie ist reduziert, in der Mitte laden Text-Impulse, gefolgt von Stille, zur Besinnung ein, ebenso wie längere Orgelstücke mit Martin Bingemann an der Orgel. Im Mittelpunkt steht aber das Wort: „Die Predigt von Lisa Neuhaus ist mir wichtig“, sagt Gottesdienstbesucherin Ursula Stein. „Am Sonntagabend wird man oft schon viel zu sehr von der neuen Woche ergriffen. Im Abendgottesdienst hat man aber nochmal Zeit zum Durchatmen, kommt zur Ruhe, kann sich bewusstmachen, dass immer noch Sonntag ist.“

Alexander Boxan stimmt zu: „Abends ist die Stimmung anders als am Morgen. Das Licht ist anders. Man selbst ist anders drauf. Und man startet besser in die neue Woche.“ Zum Abschluss wird jedes Mal „Der Mond ist aufgegangen“ gesungen. „Der Abendgottesdienst ist auch eine Möglichkeit, endlich einmal all die schönen Abendlieder aus dem Gesangbuch zu singen“, sagt Lisa Neuhaus.

Wo? Evangelisch-reformierte Kirche, Freiherr-vom-Stein-Straße 8, Frankfurt, 18 Uhr, viermal im Jahr. Der nächste Termin ist am 7. April.


Autorin

Stephanie von Selchow ist Redakteurin von "Evangelisches Frankfurt und Offenbach".