Gott & Glauben

Häufig gestellte Fragen rund um die Taufe

Müssen Paten unbedingt in der Kirche sei? Kann mein Kind auch ökumenisch getauft werden? Und was, wenn meine geschiedene Frau nicht will, dass unser Kind getauft wird?

Das Symbol des Wassers steht für das Leben, den Neuanfang, und erinnert an die Taufe Jesu im Jordan. | Foto: Rui Camilo
Das Symbol des Wassers steht für das Leben, den Neuanfang, und erinnert an die Taufe Jesu im Jordan. | Foto: Rui Camilo

Seit wann gibt es die Taufe?

Laut Matthäusevangelium (Kapitel 28, Vers 16) hat Jesus selbst dazu aufgefordert, seine Lehre qua Taufe an andere weiterzugeben: "Geht hin und tauft alle Völker auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe." Wer getauft ist, ist Christ oder Christin.

Was bedeutet es, dass die Taufe ein Sakrament ist?

Sakramente sind christliche Praktiken, die direkt auf Jesus zurückgeführt werden können und deshalb von besonderer Bedeutung sind. Nach evangelischer Auffassung sind nur Taufe und Abendmahl Sakramente, die katholische Kirche hält auch andere Riten wie die Eheschließung oder die Priesterweihe für Sakramente.

Warum werden Babys getauft?

Weil das Kind bei der Taufe gesegnet und in die christliche Gemeinschaft aufgenommen wird. Eine bewusste eigene Entscheidung trifft man selbst dann mit der Konfirmation. Es gibt aber christliche Konfessionen, die das anders sehen, zum Beispiel die Baptisten, dort wird man erst im Jugendalter getauft.

Warum mit Wasser?

Wasser ist traditionell ein Symbol für das Leben. Es erinnert auch an die Taufe von Jesus durch Johannes den Täufer im Jordan.

Wie gehe ich konkret vor, wenn mein Kind getauft werden soll?

Am besten machen Sie im Gemeindebüro einen Termin für ein Taufvorgespräch aus. Wenn Sie in Frankfurt oder Offenbach wohnen, finden Sie im Internet unter efo-magazin.de heraus, welche Gemeinde für Sie zuständig ist. Mitbringen sollten Sie die Geburtsurkunde des Kindes, Ihre Personalausweise und falls vorhanden das Familienstammbuch.

Kann mein Kind getauft werden, wenn ich nicht in der Kirche bin?

Im Prinzip schon, aber einen Anspruch darauf gibt es nicht. Das entscheidet die jeweilige Gemeinde unter Berücksichtigung der konkreten Umstände.

Was ist, wenn sich die Eltern bei der Taufe nicht einig sind?

Die Taufe zählt juristisch zu den Angelegenheiten, die „für das Kind von erheblicher Bedeutung sind“. Das heißt, gegen den Willen eines sorgeberechtigten Elternteils kann ein Kind nicht getauft werden.

Was kostet eine Taufe?

Nichts. Außer Sie wünschen besonderen Blumenschmuck oder ausgefallene Live-Musik.

Was sind Paten/Patinnen?

Das sind Erwachsene, die neben den Eltern Verantwortung für ein Kind übernehmen. Aus Sicht der Kirche bedeutet das auch, dass sie für die Kinder in Glaubensfragen ansprechbar sind und für christliche Werte eintreten.

Müssen die Paten/Patinnen unbedingt der Kirche angehören?

Ja, denn sonst können sie diese Aufgabe ja nicht erfüllen. Sie müssen aber nicht unbedingt evangelisch sein, sie können auch der römisch-katholischen oder bestimmten anderen Kirchen angehören. Nicht-christliche Erwachsene können nach Absprache in die Tauffeierlichkeiten eingebunden werden, haben dann aber nicht das offizielle Patenamt. Ein christlicher Pate/Patin sollte mindestens dabei sein.

Wir kennen aber niemanden, der in der Kirche ist. Und nun?

Vielleicht findet der Pfarrer oder die Pfarrerin in der Gemeinde eine Person, die das Amt übernimmt. Wenn sich aber partout niemand findet, geht die Taufe auch ohne.

Können wir im selben Gottesdienst kirchlich heiraten und unser Kind taufen lassen?

Ja, dafür hat sich sogar schon ein Wort eingebürgert, die „Traufe“. Es ist durchaus beliebt, beides zu kombinieren, andererseits: Warum sollte man nur ein Fest feiern, wenn man auch zwei haben kann?

Wir sind ein gemischtkonfessionelles Paar. Kann unser Kind ökumenisch getauft werden?

Leider nein. Man wird immer in eine konkrete Gemeinschaft hinein getauft, also evangelisch oder katholisch, beides geht nicht.

Ihre Frage war nicht dabei? Dann schreiben Sie uns eine Mail an info@efo-magazin.de.

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Antje Schrupp 113 Artikel

Dr. Antje Schrupp ist Chefredakteurin von Evangelisches Frankfurt und Offenbach. Die Journalistin und Politikwissenschaftlerin bloggt auch unter www.antjeschrupp.com

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