Gott & Glauben

Youtube-Pastor Gunnar Engel: Pionierarbeit mit Wirkung

Gunnar Engel ist ein smarter Typ, Christ und Pastor der lutherischen Kirche im schleswig-holsteinischen Wanderup, kurz vor der Grenze zu Dänemark. Und im Internet. Der 32-Jährige betreibt einen Kanal auf Youtube, twittert, bloggt, ist bei Instagram unterwegs, macht einen Podcast.

Gunnar Engel ist Gemeindepfarrer und Youtuber.
Gunnar Engel ist Gemeindepfarrer und Youtuber.

Auf seiner Homepage erklärt Gunnar Engel, sein Ziel sei es, „die Faszination und die Schönheit Gottes immer wieder neu zu entdecken, in ihr zu leben und dies mit anderen Menschen zu teilen“. Was für ein Statement! Poetisch, voller Liebe und im Sinne von Gemeinschaft ziemlich fromme Dinge zu sagen – das zieht sich wie ein roter Faden durch seine Posts.

In der Rubrik „Frag den Pastor“ beantwortet Engel Zusendungen, die ihm Leute in Kommentaren auf YouTube oder auf Insta hinterlassen. Im Video erklärt er, wie „Beten für Anfänger“ oder „Beten ohne Langeweile“ geht. Auch zum Bibelstudium gibt es reichlich Tipps und Anregungen. Die Wahl der richtigen Bibel, die Lesetechnik, ein Tutorial zum Bau eines eigenen Bibelregisters.

Gunnar Engel bringt religiöse Themen auf eine Plattform, wo sie in diesem Format nicht erwartet werden. Die Videos sind professionell und ziemlich ansprechend. Und sie sind erfolgreich. Engel ist zwar kein Youtube-Superstar, aber er wird geklickt und hat sich eine Fanbase aufgebaut.

Er geht aber auch konventionelle Wege. „Sorry, aber zur Kirche müsstest Du schon kommen“ titelt er einen Artikel. Die Botschaft ist klar: Alleine, im eigenen Kämmerlein nur vor dem Bildschirm verfehlt man die Idee von Gemeinde, Gemeinschaft, Glauben. Christentum sei „mehr als Sitzen und Zuhören. Christentum ist ein Teamsport“, es gehe um ein gelebtes Miteinander und gemeinsame Erfahrungen, die Auseinandersetzung mit anderen und deren differenter Meinung. Ums Teilen von Wissen, Talenten, Zeit.

„Die Kirche ist eine große Dienstgemeinschaft“, schreibt Engel auf seiner Homepage. Nur im Austausch gewinnt man neue Zugänge zu Gott und dem eigenen Glauben. „Kirche 2.0“ kann es also alleine nicht richten, aber Gemeinden, die neu und gefestigt in eine Zukunft mit jungen Menschen starten möchten, müssen flexibel sein, so Engels Botschaft. Junge Leute haben heute viele Optionen, da muss Kirche sich schon für sie bemerkbar machen.

Genau das tut Gunnar Engel. Er holt potenzielle Christ*innen dort ab, wo sie sich tummeln: im Netz. Sein Ziel ist aber schon, sie in die Gemeinden zu treiben. Bleibt zu hoffen, dass sie dort dann etwas vorfinden, das ihnen entspricht.

Reinschauen: https://pastorgunnar.de/


Autorin

Angela Wolf 44 Artikel

Angela Wolf ist Mitglied der Redaktion von Evangelisches Frankfurt und Offenbach. Sie studierte Soziologie, Politikwissenschaften und Psychoanalyse in Frankfurt am Main, arbeitet als freie Autorin und ist ehrenamtlich aktiv.

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