Kunst & Kultur

Der Wert unseres Zusammenseins

Wenn das persönliche Zusammenkommen schwieriger wird, wird sein Wert nur umso klarer.

Stephanie von Selchow ist Mitglied der Redaktion des EFO-Magazins. | Foto: Tamara Jung
Stephanie von Selchow ist Mitglied der Redaktion des EFO-Magazins. | Foto: Tamara Jung

Ich bin in einem Literaturkreis. Es ist einer, in dem wir nicht Neuerscheinungen besprechen, sondern uns gegenseitig zu einem bestimmten Thema etwas vorlesen.

Normalerweise ist eine oder einer von uns Gastgeber und bekocht die Anderen. Das geht ja jetzt leider nicht. Aber wir treffen uns trotzdem. Via Zoom. Und wer will, mit einem Glas Wein in der Hand. Mittlerweile wissen wir ja alle, dass virtuelles Treffen nicht dasselbe ist wie reales, dass es aber doch  gut tut, sich gegenseitig zu sehen und zu hören.

Vorigen Sonntag war unser selbst gewähltes Thema „Zusammensein“. Das klingt in diesen Zeiten wie ein Hohn, war aber als Ausdruck der Sehnsucht nach Zusammensein gedacht. Und wieder haben wir uns gegenseitig mit interessanten Texten erfreut und überrascht: Gedichte, Passagen aus Romanen, neu und alt. Einer las sogar ein Stück aus Robinson Crusoe vor. Auf der einsamen Insel.

Wir kommen schon seit vielen Jahren auf diese Weise zusammen und genießen es jedes Mal sehr. Über die Zeit sind wir Freunde geworden. Nicht, dass wir Corona dafür gebraucht hätten: Aber der Wert unseres Zusammenseins ist uns jetzt noch einmal mit aller Gewalt deutlich geworden. Wir hoffen, dass wir uns bald wieder im Garten oder Park treffen können.

Und wir hoffen, dass alle Lesezirkel und Literaturkreise so zusammenhalten wie wir, oder sich vielleicht sogar neue gründen. Es gibt in Deutschland rund 80.000 Neuerscheinungen im Jahr: Die Gedanken sind frei. Und damit die Vielfalt erhalten bleibt, brauchen die Verlage und Buchhandlungen auch unsere Unterstützung.


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Stephanie von Selchow ist Redakteurin von "Evangelisches Frankfurt und Offenbach".

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