Kunst & Kultur

Die syrische Lyrikerin Lina Atfah bekommt den diesjährigen „LiBeraturpreis“

Der "LiBeraturpreis" geht in diesem Jahr an Lina Atfah. Die 31-jährige Syrerin ist die erste Autorin, die diese Auszeichnung für einen Gedichtband erhält. "Das Buch von der fehlenden Ankunft", übersetzt von Suleman Taufiq und vielen anderen, ist im Pendragon Verlag erschienen.

Lina Atfah ist die erste Autorin, die den LiBeraturpreis für einen Gedichtband bekommt. | Foto: Osman Yousufi/Litprom
Lina Atfah ist die erste Autorin, die den LiBeraturpreis für einen Gedichtband bekommt. | Foto: Osman Yousufi/Litprom

"Was bedeutet es, aus der Heimat und der Muttersprache geworfen zu sein? Nicht zuletzt auf diese Frage gibt der Band auf so intensive wie hochkomplexe Weise Auskunft." Mit diesen Worten stellt die Literaturkritikerin Claudia Kramatschek das Buch von Lina Atfah in diesem Online-Video vor.

Der mit 3.000 Euro dotierte Preis wird am 16. Oktober um 13 Uhr in Frankfurt auf der ARD-Buchmessenbühne verliehen, die Laudatio hält die Offenbacher Dichterin Safiye Can. Die Veranstaltung kann man als Livestream im Internet verfolgen auf https://buchmesse.ard.de.

Lina Atfah, 1989 in Syrien geboren, hat in Damaskus arabische Literatur studiert. 2006 wurde sie beschuldigt, Gotteslästerung begangen und den Staat beleidigt zu haben. Nach mehreren Drohungen der Sicherheitsbehörden erhielt sie 2014 die Erlaubnis, das Land zu verlassen, und kam über den Libanon nach Deutschland und lebt heute in Herne in Nordrhein-Westfalen. Damit ist sie auch die erste Preisträgerin, die in Deutschland lebt.

"Das Buch von der fehlenden Ankunft" wurde aus dem Arabischen übersetzt und nachgedichtet von Suleman Taufiq, Dorothea Grünzweig, Mahmoud Hassanein, Brigitte Oleschinski, Hellmuth Opitz, Christoph Peters, Annika Reich, Joachim Sartorius, Mustafa Slaiman, Julia Trompeter, Jan Wagner, Kerstin Wilch und Osman Yousufi, ein Vorwort schrieb Nino Haratischwili.

Der "LiBeraturpreis" wurde 1987 von einer Initiative im Ökumenischen Zentrum Christuskirche im Frankfurter Westend gegründet. Seit 2013 führt der Verein Litprom die Preisvergabe in Kooperation mit der Frankfurter Buchmesse durch. Ziel ist, Literatur aus Afrika, Asien, Lateinamerika und der arabischen Welt in Deutschland, Österreich und der Schweiz bekannter zu machen. Für den „LiBeraturpreis“ sind alle Autorinnen nominiert, die im Vorjahr auf der Litprom-Bestenliste „Weltempfänger“ vertreten waren. Dieses Jahr wird der Preis ermöglicht durch das Dezernat für Kultur und Wissenschaft sowie das Frauenreferat der Stadt Frankfurt.


Autorin

Antje Schrupp 141 Artikel

Dr. Antje Schrupp ist Chefredakteurin von Evangelisches Frankfurt und Offenbach. Die Journalistin und Politikwissenschaftlerin bloggt auch unter www.antjeschrupp.com

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