Kunst & Kultur

Propsteikantor wechselt zur Landeskirche

Prodekanin Amina Bruch-Cincar verabschiedet Stefan Küchler am zweiten Weihnachtsfeiertag in Unterliederbach im Rahmen eines Festgottesdienstes. Im Februar 2024 übernimmt Küchler das Amt des Landeskirchenmusikdirektors der EKHN.

Propsteikantor Stefan Küchler I Foto Tamara Jung-König
Propsteikantor Stefan Küchler I Foto Tamara Jung-König

„Ein bisschen früher links abbiegen“ muss der bisherige Propsteikantor Stefan Küchler, wenn er im Februar seine Tätigkeit als Landeskirchenmusikdirektor der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) aufnimmt. Bislang hatte der Mörfelder seinen Dienstsitz im Frankfurter Dominikanerkloster unweit der Konstablerwache und koordinierte von dort aus die Hauptamtlichen der Kirchenmusik im Evangelischen Stadtdekanat Frankfurt und Offenbach. Zukünftig wird er im Zentrum Verkündigung der EKHN in Frankfurt-Bockenheim seinen Sitz haben.

Bevor Küchler den größeren landeskirchlichen Radius übernimmt, heißt es am zweiten Weihnachtsfeiertag Adieu sagen. Um 10 Uhr wird in der Unterliederbacher Stephanuskirche ein Festgottesdienst zu seiner Verabschiedung stattfinden. Prodekanin Amina Bruch-Cincar, die im Evangelischen Stadtdekanat beider Städte die Kirchenmusik verantwortet, wird den Gottesdienst zusammen mit Pfarrerin Regina Westphal gestalten.

20 Jahre wirkte Stefan Küchler in Mörfelden-Walldorf, bevor er vor vier Jahren an den Main kam. Zumindest war Mörfelden sein Standort, auch von dort aus engagierte sich der an der Frankfurter Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Ausgebildete vielfältig. Er war von 2013 an Vorsitzender des Verbands der evangelischen Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker in Hessen und Nassau, im „Ständigen Ausschuss Kultur“ beim Deutschen Evangelischen Kirchentag (DEKT) wirkte Küchler mit.

„Zum Glück hatte ich noch vier Monate bevor Corona kam“, schaut der Propsteikantor auf seine Anfangszeit zurück. Genug Zeit zumindest war es, um die Kirchenmusiker:innen, die kirchlichen Orte und Gepflogenheiten kennenzulernen, auch die Evangelische Kantorei Unterliederbach und Höchst, die zu seiner besonderen Verantwortung gehörte.

Im Westen Frankfurts stand 2020 die Generalprobe für das Passionskonzert an „und da war Schluss“. Im Pandemiemodus fielen die Auftritte und Chorproben weg. Küchler organisierte Digitales, beispielsweise brachte er für das Stadtdekanat nicht nur die neue Website www.kirchenmusik-am-main.de auf den Weg, sondern organisierte auch, dass im Netz eine Reihe an Orgeln der Region zu hören sind. Passend zum Jahr der Orgel, das 2021 begangen wurde. Einen neu gestalteten Kirchenmusikflyer regte er an.

Stefan Küchler sorgte aber auch dafür, dass in Coronazeiten in den Gottesdiensten die Musik nicht zu kurz kam. Nebenamtliche Musiker und Musikerinnen zu unterstützen, denen die Einnahmen wegbrachen, war ihm dabei ein besonderes Anliegen. „Und die Kolleginnen und Kollegen haben wirklich gut mitgemacht.“

Gefragt, was ihn besonders beeindruckt habe in seiner Amtszeit als Propsteikantor, sagt Küchler: „mit welch großem Einsatz und Engagement vieler Menschen auch jenseits der Innenstadt kirchenmusikalisches Leben auf hohem Niveau gestaltet wird“. Hinzu fügt er: „Und zu erleben, dass so viele Menschen unsere Veranstaltungen wieder besuchen und richtig Lust auf kulturelle Angebote verspüren, ist ganz wunderbar.“

Schließlich nennt der Vater dreier erwachsener Kinder noch eine Aufführung, an der er beteiligt war und die ihm besonders viel bedeutet: die Aufführung des „Elias“, „auf die wir zwei Jahre gewartet haben“. Nach Proben auf experimentelle Weise, unter anderem bei drei Metern Abstand im Grünen, konnte das Werk dann doch von der Kantorei Unterliederbach/Höchst präsentiert werden.

Der Kantorei im Frankfurter Westen wird Stefan Küchler – zumindest kurzfristig – noch verbunden bleiben, zehn Prozent seiner Arbeit als Landeskirchenmusikdirektor ist künstlerischen Aufgaben gewidmet. bis seine Nachfolge als Propsteikantor geregelt ist, wird er weiter das Ensemble betreuen.


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Bettina Behler 306 Artikel

Bettina Behler, Medieninformation Evangelische Öffentlichkeitsarbeit Frankfurt und Offenbach