Kunst & Kultur

Zum Jubiläum der Maria-Magdalena-Gemeinde: ein Regenbogen voller Musik

Kantor Simon Graeber stellt zum 25. Jahrestag der Gemeinde ein Programm zusammen, so vielfältig wie die Gemeinde selbst. Dabei profitiert er auch von der großzügigen Raumvergabe der Gemeinde an Musizierende.

Simon Graeber ist Kirchenmusiker in Maria-Magdalena und Dekanatskantor  Foto Hans Michaelis
Simon Graeber ist Kirchenmusiker in Maria-Magdalena und Dekanatskantor Foto Hans Michaelis

Vor 25 Jahren entstand in Sachsenhausen aus der Oster- und der Lukasgemeinde die Evangelische Maria-Magdalena-Gemeinde. „Warum machen wir aus diesem Anlass nicht mal eine Konzertreihe?“ – diese Idee brachte der in Maria-Magdalena tätige Dekanatskantor Simon Graeber ein und konnte überzeugen: Mit dem Konzert „Gramophoniacs – das Neueste in Sachen Swing“ startet das Programm am Samstag, 9. September, in der Osterkirche. Eine Woche darauf, am 16. September, führen Wonki Kim, Violine; Christopher Hermann, Violoncello; Simon Graeber, Orgel; unter anderem von Josef Gabriel Rheinberger die Suite op. 149 sowie Werke von Johann Sebastian Bach in der Lukaskirche auf.

„Bunt, wie ein Regenbogen schillernd“, beschreibt Graeber die Reihe. Bis auf das Abschlusskonzert finden alle Auftritte samstags um 18 Uhr statt, das Jubiläum wird am Sonntag, 5. November, von 17 Uhr an begangen mit einer Aufführung von John Rutters „Gloria“ – allein Gott in der Höhe sei Ehr aus dem Jahr 1974.

Ohne Unterstützung weiterer Beteiligter könnte Graeber das Programm nicht stemmen. Die Konzertreihe lebt zu einem beträchtlichen Teil von den Kooperationen, die der 32-Jährige bei seinem Amtsantritt im Herbst 2021 vorgefunden oder neu initiiert hat. Der gebürtige Kaiserslauterner, der nach dem Studium im Saarland und ersten beruflichen Stationen, zuletzt in Maulbronn, an den Main kam, hat trotz Corona-Einschränkungen Erhebliches auf die Beine gestellt. Aktuell gibt es hier fünf Kinderchöre, von den „Kita-Kids“ bis hin zum Jugendchor. Auch der Erwachsenenchor gedeiht, 20 Mitglieder zählt er. Während es andernorts an Männerstimmen mangelt, ist Simon Graeber zufrieden über 13 Frauen, sieben Männer. Hinzu fügt er: „Wir sind ein denkbar junger Chor“, die Spanne reicht von Ende 20 bis frisch pensioniert.

Doch mit dem Maria-Magdalena-Chor allein käme das Jubiläumskonzert Anfang November nicht zustande. Graeber profitiert davon, dass Profi-Musiker:innen und Hobby-Musizierenden großzügig Probemöglichkeiten in Maria-Magdalena eingeräumt werden. Die Violinistin und der Cellist, die am 16. September auftreten, üben in Gemeinderäumen. Ein Jugendensemble der Frankfurter Bläserschule ist bei den wöchentlichen Treffen hier zu Gast. Studierende der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst nutzen das Angebot zu proben regelmäßig.

Aus der Gastlichkeit hat sich eine „Win-win-Situation“ ergeben, wie Graeber sagt. Großzügig werden per Handschlag und Vertrauen die Probenräume bereitgestellt, entschädigt wird mit der Bereitschaft, Konzerte zu geben. Dank des Honorarverzichts und der Förderung durch die Maria-Magdalena-Stiftung ist es möglich, dass kein Eintritt für die Jubiläums-Konzerte erhoben, sondern jeweils nur um Spenden gebeten wird.

Brigitte Hertel, die Leiterin des rund 40 Stimmen umfassenden Chors Vielharmonie Sachsenhausen, ist der Gemeinde verbunden, als gelegentliche Organistin, aber auch durch Proben, die sie hier abhalten kann. Für die Aufführung der Rutter-Komposition studiert ihr Ensemble zusammen mit dem Maria-Magdalena-Chor das Werk ein. Die Bläserschule ist eingebunden, sie kooperiert dabei mit einem Profi-Trompeter und einem Posaunisten. Das Projekt öffne den Beteiligten neue Horizonte. Graeber ist sicher „die Beteiligten wachsen an dem Stück und der Zusammenarbeit“.


Autorin

Bettina Behler 306 Artikel

Bettina Behler, Medieninformation Evangelische Öffentlichkeitsarbeit Frankfurt und Offenbach