Leben & Alltag

Mit dem Tannenbaum in der U-Bahn

Fahrräder darf man zu Stoßzeiten, wenn der Platz eng wird, nicht mit in die U-Bahn nehmen. Wie ist es eigentlich mit Weihnachtsbäumen?

Glück, wenn man den Weihnachtsbaum zu Fuß kaufen kann. Was aber, wenn der Christbaumverkauf weiter weg ist?  |  Foto: Kristina Volpp
Glück, wenn man den Weihnachtsbaum zu Fuß kaufen kann. Was aber, wenn der Christbaumverkauf weiter weg ist? | Foto: Kristina Volpp

Es dämmert bereits, als wir den richtigen für uns gewählt haben: nicht zu groß, schön moppelig und bitte nicht stachelig. Der Weihnachtsbaum-Deal steht. Ab in die U-Bahn. Wir leben schließlich in der Verkehrswende!

Die U7 Richtung Enkheim ist stark frequentiert um diese Zeit. Berufstätige, Pendlerinnen, Shopping-Rückkehrer. Wir quetschen uns mit unserem vorübergehenden Mitbewohner dazu. Fahrrad wäre ja jetzt verboten, weil zu eng. Wie ist das eigentlich mit einem Baum?

Die VGF wird auf meine Anfrage später antworten, doch bitte mit gesundem Menschenverstand an die Sache ranzugehen. Aha. Natürlich sei es möglich, einen Weihnachtsbaum in der U-Bahn zu transportieren. Aha. Nur bitte nicht zu den Stoßzeiten. Tja.

Da stehen wir nämlich: Kind, Kegel und Baum in einer völlig überfüllten Bahn. Denn es ist tatsächlich Stoßzeit, mein gesunder Menschenverstand hat leider versagt. Aber das im Netz gefangene tote Ding interessiert in der Bahn niemanden. Es hat ja auch nur die Größe meiner 6jährigen Tochter.

Immerhin ist nun bewiesen, dass man in der Stadt kein Auto braucht, um der Tradition zu frönen. Wenn viele Menschen mit Weihnachtsbaum im ÖPNV unterwegs sind, lassen sich sogar wahnwitzige Psychogramme erstellen: „Zeig mir deinen Baum, ich sag dir wer du bist.“ O Tannenbaum!


Autorin

Angela Wolf 47 Artikel

Angela Wolf ist Mitglied der Redaktion von Evangelisches Frankfurt und Offenbach. Sie studierte Soziologie, Politikwissenschaften und Psychoanalyse in Frankfurt am Main, arbeitet als freie Autorin und ist ehrenamtlich aktiv.

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