Leben & Alltag

Neulich auf dem E-Scooter

Die nerven, die Dinger! Das dachte unsere Kolumnistin von den E-Scootern, die neuerdings an jeder Ecke stehen. Aber dann hat sie selbst mal einen gebraucht.

E-Scooter – praktisches Fortbewegungsmittel oder nerviges Spielzeug?  |
E-Scooter – praktisches Fortbewegungsmittel oder nerviges Spielzeug? | Quelle: http://www.unsplash.com

Ich hab‘s getan. Wirklich. Ich kann es selbst kaum glauben. Denn eigentlich war ich genervt von diesen doofen E-Scootern, die überall im Weg stehen oder wild und unkontrolliert auf dem Radweg vor mir her tuckerten. Doch dann!

Dann war ich in Hamburg. Nach einem langen Spaziergang und einem üppigen Essen machte ich mich auf den Weg zurück ins Hotel, aber der war ganz schön weit. Ich kam an einer Fahrrad-Ausleih-Station vorbei, aber Leih-Fahrräder kann man nur an einer Rückgabestation
abgeben. Ob ich im Umkreis des Hotels eine finden würde? Und dann stand er da. Schwarz mit Apricot, der QR-Code lud zum Scannen ein. Also los. App runterladen, aufsteigen, ins Hotel düsen, abstellen. Total easy.

Zugegeben, die Anfahrt war holprig. Aber dann war es ein bisschen wie Snowboard fahren. Und richtig schnell. „Weg da, du lahmes Fahrrad!“, dachte ich vergnügt. Als ich auf den Fußweg auswich, wusste ich, warum auch in Frankfurt alle auf dem geteerten Fahrradweg fahren: kein Holpern, kein durchgerütteltes Gehirn, klare Sicht.

Jetzt brauche ich also ein neues Feindbild im Straßenverkehr. Die Inline-Skater vielleicht? Die nerven auch, wenn sie auf den Radwegen fahren! Oder ist am Ende in Mobilitätsfragen mehr Toleranz für Vielfalt gefragt?


Autorin

Angela Wolf 47 Artikel

Angela Wolf ist Mitglied der Redaktion von Evangelisches Frankfurt und Offenbach. Sie studierte Soziologie, Politikwissenschaften und Psychoanalyse in Frankfurt am Main, arbeitet als freie Autorin und ist ehrenamtlich aktiv.