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Die Offenbacher Friedensgemeinde hat jetzt einen Altar im Garten

Gottesdienste im Freien sind in der Offenbacher Friedensgemeinde jetzt noch schöner: Mit einem von Bildhauer Georg Hüter gestalteten Außenaltar aus Muschelkalk.

Pfarrerin Henriette Crüwell und MItglieder der Offenbacher Friedensgemeinde haben ihren neuen Altar eingeweiht. | Foto: Rolf Oeser
Pfarrerin Henriette Crüwell und MItglieder der Offenbacher Friedensgemeinde haben ihren neuen Altar eingeweiht. | Foto: Rolf Oeser

Henriette Crüwell schüttet Wasser auf den Steinaltar und verteilt es mit den Händen über die gesamte Fläche, die eine leichte Senke hat. Die Pfarrerin der Friedenskirche in Offenbach steht unter zwei großen Feigenbäumen im Kirchgarten und weiht im Sonntagsgottesdienst den neuen Außenaltar der Gemeinde ein.

Wer von der Gemeinde, die sich auf Stühlen im Garten versammelt hat, möchte, darf jetzt nach vorne kommen, die Hände als Erneuerung der Taufe ins Wasser tauchen und den Stein erfühlen und betrachten, aus dem der Altar entstanden ist. Es ist fränkischer Muschelkalk, über Millionen Jahre aus Muscheln und Meeresschlamm entstanden. Der „Tisch des Herrn“ stehe für die Verbundenheit Gottes mit den Menschen, predigt Crüwell: „Von ihm geht alles aus, zu ihm geht alles hin.“

Der neue Altar wurde von dem Bildhauer Georg Hüter, Städelschüler und Dozent an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach, gestaltet. Er habe eine aufsteigende Form gewählt, erzählt Hüter im Gottesdienst. Die drei Steine stünden für die Trinität, also die Dreieinigkeit Gottes aus Vater, Sohn und Heiligem Geist. Die Altarplatte solle an das Grab Jesu erinnern, vielmehr an seine Auferstehung: Deshalb habe er – ganz leicht – den Abdruck eines Körpers hineingearbeitet: In der Mitte senkt sich die Platte. Die Auferstehung stehe für das Prinzip Hoffnung, am Altar würden ja Abendmahl und Taufe gefeiert.

Die Idee, einen Altar im Pfarrgarten zu errichten, reifte während der Corona-Pandemie: In dieser Zeit, vor Versammlungen häufig draußen stattfanden, ist der Garten zu einem neuen, grünen Gottesdienstraum für die Offenbacher Gemeinde geworden. „Wo Gott trotz aller Widrigkeit nah ist und uns seine Liebe spüren lässt, ist nach uraltem biblischen Brauch ein Ort für einen Altar“, sagt Pfarrerin Crüwell. So wolle die Gemeinde ein Zeichen der Hoffnung setzen. Von nun an könnten in den Sommermonaten dort viele Gottesdienste, Hochzeiten, Taufen und Konfirmationen gefeiert werden.

Finanziert wurde der Außenaltar ausschließlich über Spenden. Er hat 15.500 Euro gekostet.


Autorin

Stephanie von Selchow ist Redakteurin von "Evangelisches Frankfurt und Offenbach".

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