Offenbach lokal

Gin mit Sinn - Leute treffen und ins Gespräch kommen

„Gin mit Sinn“ heißt ein neues Veranstaltungsformat in der Friedensgemeinde in Offenbach. „Gin steht für locker, lebendig, fröhlich, beim Sinn geht es um die Welt, in der wir leben wollen, wie wir selbst etwas gestalten können“, sagt Vikarin Lena Moers.

Foto: Rini D./unsplash.com
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Freitagabend. Dreißig Leute sitzen oder hocken auf Stühlen und Matten in der Kirchturmbar der Friedenskirche Offenbach – ein Raum direkt unter den Glocken, klein aber mit riesig hohen Decken. Sie prosten sich zu und unterhalten sich angeregt.

„Gin mit Sinn“ heißt das neue Format, das Pfarrerin Henriette Crüwell zusammen mit Vikarin Lena Moers entwickelt hat: Für Menschen zwischen 20 und 40 Jahren, denn in diesem Alter sind 40 Prozent der Mitglieder in der Friedensgemeinde.

„Gin steht für locker, lebendig, fröhlich und … gesund“, sagt Moers zur Begrüßung und grinst. „Und beim Sinn geht es um die Welt, in der wir leben wollen, wie wir selbst etwas gestalten können. Deshalb haben wir uns ein „Meet and Greet“ mit Menschen aus Offenbach ausgedacht.“ Eingeladen sind heute die Stadtplaner Ragna Körby und Tobias Kurtz. Nach ihrem Abschluss an der TU Berlin sind sie nach Offenbach gezogen, nachdem sie bei einer Ausschreibung zur Gestaltung des Offenbacher Marktplatzes den ersten Preis gewonnen haben: Für ein halbes Jahr im Stadtplanungsamt Offenbach arbeiten.

Bürgerbeteiligung ist für Körby und Kurtz bei der Gestaltung einer Stadt zentral. „Es ist erstaunlich, wie sehr sich die Ideen im Rathaus oft von den Ideen der Leute auf der Straße unterscheiden“, sagt Körby. „Es ist aber ihre Stadt, sie leben dort, deshalb ist es wichtig, sie zu fragen.“ Und schon sind die beiden Stadtplaner im Gespräch mit dem jungen Publikum, das sehr interessiert wirkt. „Welches Potenzial hat Offenbach?“ fragt schließlich die 37-jährige Cornelia Ploeger, ein Gemeindemitglied. Kurtz antwortet: „Offenbach ist eine Stadt der kurzen Wege mit einigermaßen viel Grün drumherum und großer kultureller Diversität, es gibt hier viel zu entdecken. Die Stadt ist im besten Sinne urban, also wirklich tolerant. Ich sehe viel Potenzial für Neues.“

Nach etwa einer Stunde Gespräch mit den Zuhörenden dreht Student DJ Haddock die Musik auf, das Publikum holt sich an der Bar noch einen Cocktail, unterhält sich. Jetzt ist auch Koch Basti Döner mit den Häppchen da. Er hat sie unter das Motto „Südamerika“ gestellt. Sie schmecken köstlich und die Stimmung ist gut.

„Tolle Location hier und gutes Thema“, sagt die 22-jährige Katharina Korte aus dem Kreis Offenbach. „Ich bin überrascht, dass so etwas in der Kirche stattfindet. So offen und locker.“ „Wir haben einen Flyer im Gottesdienst bekommen“, erzählt der 28-jährige Moritz Bühler. „Meine Frau und ich sind gekommen, weil uns das Thema interessiert. Und es war echt gut.“

Der nächste „Gin mit Sinn“ findet am Freitag, 14. Juni um 20 Uhr in der Kirchturmbar der Friedenskirche, Geleitstraße 104, statt. (U-Bahn Ledermuseum). Aktuelle Infos hier.


Autorin

Stephanie von Selchow ist Redakteurin von "Evangelisches Frankfurt und Offenbach".

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