Offenbach lokal

Trauer um einen vielfältig Engagierten

Der ehemalige Vorsitzender des Evangelischen Kirchengemeindeverbandes Offenbach und frühere Magistratsdirektor Karl Faß ist verstorben.

Karl Faß I Quelle Offenbach Post Archiv
Karl Faß I Quelle Offenbach Post Archiv

Karl Faß, der ehemalige Vorstandsvorsitzende des Evangelischen Kirchengemeindeverbandes Offenbach, ist am 31. Dezember 2020 im Alter von 88 Jahren verstorben. Der frühere Leiter des Hauptamtes der Stadt Offenbach führte den Verband ehrenamtlich. 1985 übernahm Karl Faß als erster Laie den Vorsitz im Vorstand, im Januar 2002 wurde er auf eigenen Wunsch verabschiedet.

„Die evangelische Kirche lebt davon, dass sich Menschen engagieren und Verantwortung übernehmen. Karl Faß hat dies in beeindruckendem Maße getan. Als Vorsitzender des Evangelischen Kirchengemeindeverbandes hat er seine vielfältigen Erfahrungen und Kontakte in der Stadt Offenbach auch für die kirchliche Arbeit fruchtbar gemacht,“ sagt Ursula Schoen, Prodekanin der Evangelischen Kirche in Frankfurt und Offenbach.

Zutiefst christlich und humanistisch geprägt leitete Karl Faß die 14 evangelischen Kirchengemeinden mit ihren unterschiedlichen Interessen. Der gebürtige Offenbacher führte auch mit großem Erfolg den sogenannten „Kirchengroschen“ ein, zunächst für den Bau des Alten- und Pflegeheimes Anni-Emmerling-Haus später auch für andere Projekte, erinnert sich Rosi Chelius, die ehemalige Geschäftsführerin des Kirchengemeindeverbandes.

Faß engagierte sich von 1964 an im Kirchenvorstand der Markus-Gemeinde, mit der er immer verbunden blieb. Auch den Förderverein der Diakoniestation unterstützte Karl Faß als Mäzen. Als Magistratsdirektor bei der Stadt Offenbach war er unter anderem für die Offenbacher Städtepartnerschaften zuständig, die er nach Kräften förderte.

Am 22. Januar ist Karl Faß beerdigt worden. Bert-Gregor Petzoldt, Pfarrer der Evangelischen Markus-Gemeinde würdigte den Verstorbenen in seiner Traueransprache als Menschen, der „zuverlässig und treu für andere da war.“ Ohne viele Worte zu machen, gab Karl Faß anderen Halt und verbreitete Optimismus, „in dem er einfach da war“, so Petzoldt.

Karl Faß hinterlässt seine Frau, mit der er im Juni 2020 noch die Eiserne Hochzeit nach 65 Jahren Ehe feiern konnte, sowie seine beiden Töchter, die Enkelkinder und einen Urenkel.


Autorin

Susanne Schmidt-Lüer ist Pressesprecherin des Diakonischen Werkes für Frankfurt und Offenbach. Sie schreibt auch als freie Autorin vor allem über Sozialpolitik, Kirche, Alter und wirtschaftspolitische Themen.