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Von Bach bis Boney M.: Konzertreihe in der Markus-Kirche

Ein Orgelkonzert mit Bach-Werken war in der Markus-Kirche Auftakt für eine ganze Reihe von kirchenmusikalischen Veranstaltungen, die noch bis Ende Mai terminiert sind.

In der Offenbacher Markus-Kirche läuft noch bis Mai eine musikalische Reihe. | Foto: Ulrike Klaiber
In der Offenbacher Markus-Kirche läuft noch bis Mai eine musikalische Reihe. | Foto: Ulrike Klaiber

Das Wort wird man in einem musikwissenschaftlichen Lexikon vergeblich suchen: „Toccatissimo“ nannte Eva-Maria Anton ihr Orgelkonzert in der Offenbacher Markus-Kirche, das ausschließlich Werken von Johann Sebastian Bach gewidmet war und zwar vier seiner berühmten Toccaten und Fugen. So konnte man zitierte Vokabeln als kompakt-geballte Toccatenkunst deuten.

Sicherlich aus konzertdramaturgischen Gründen hatte die in Bad Nauheim wirkende Regionalkantorin des Bistums Mainz ans Ende des einstündigen Konzerts wohl das mit Abstand bekannteste Orgelwerk europäischer Kunstmusik gestellt, Toccata und Fuge d-moll, BWV 565. Die Komposition besteht aus drei Abschnitten: einer Toccata, also einem Präludium (Vorspiel) aus schnellen Läufen und vollgriffigen Akkorden, und einer sich anschließenden vierstimmigen Fuge, die ihrerseits in einen mit „Recitativo“ bezeichneten Schlussabschnitt mündet, der wieder den quasi improvisatorischen Charakter des Anfangs aufnimmt. Alle Teile sind durch klare motivische und harmonische Bezüge miteinander verbunden. Was auch auf die anderen drei vortrefflich und hochvirtuos an der Link-Bornefeld-Orgel interpretierten Stücke zutrifft. Besonders die dynamischen Abstufungen der einzelnen Teile in den Gattungswerken Toccata, Adagio und Fuge C-Dur, BWV 564, arbeitete die Meisterorganistin vortrefflich heraus. Ein Hörgenuss war für die zahlreichen Besucher in der Kirche am Buchhügel auch , das kirchenmusikalisch dorisch angelegte Opus 538 d-moll und 540 F-Dur, da Anton ihre langjährige Erfahrung in ihre ganz eigene Bach-Lesart mit einbrachte. Dafür erhielt sie zurecht lang anhaltenden Beifall der sachkundigen Zuhörerschaft.

Dieses Recital war ein Konzert in einer ganzen Reihe von Veranstaltungen, die bis Ende Mai terminiert sind. Weiter geht’s in der Reihe, die weniger einem Konzept verpflichtet ist, als eine stilistische und inhaltliche Bandbreite aufzeigen will, am Freitag, 1. März, um 19 Uhr mit „Literatur und Musik bei Wein und Kerzenschein“ im Gemeindesaal. „Am Brunnen vor dem Tore“ heißt es dann in der Begleitung von Geige, Bratsche und Kontrabass. Ebenso der Gemeindesaal ist Treffpunkt, wenn am Sonntag, 31. März, um 15 Uhr das Sachsenhäuser Akkordeonorchester Musik der 70-er Jahre von Abba bis Boney M. spielt.

Am Sonntag, 14. April, wird um 17 Uhr geistliche Abendmusik zur Passionszeit in der Kirche gegeben. Orgelstücke von Scheidt, Bach und Langlais werden von Jens Wolter gespielt; Bert Petzold wird dazu lesen. „Lalicante“ stellt polyphone musikalische Pretiosen aus dem Mittelmeerraum des 16. Jahrhunderts vor. Drei Sängerinnen, begleitet von Gitarren, Flöten und Perkussion sind die Ausführenden.

Mit einem Konzert des Philharmonischen Vereins Frankfurt unter der Leitung des bewährten Armin Rothermel geht die Reihe in die Halbjahreszielgerade. Werke von Brahms, Sibelius und von Reznicek stehen am Dienstag, 28. Mai, um 20 Uhr auf dem Programm (18/8 Euro). Man darf sich freuen.

Adresse: Ev. Markus-Kirche Offenbach, Obere Grenzstraße 90.


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