Offenbach lokal

Von der Briefbotin zur Pfarrerin

Nach 34 Jahren verabschiedet sich Elke Voigt in den Ruhestand - Corona bedingt vollzieht sich das still und leise. Zu den Dingen, auf die sie zufrieden zurückblickt, zählt die gelungene Fusion der Gemeinden Lukas und Matthäus.

Elke Voigt I Foto: privat
Elke Voigt I Foto: privat

Eigentlich hätte es am 14. Juni einen großen Abschiedsgottesdienst mit Propst Oliver Albrecht geben sollen, so verabschiedet sich Elke Voigt, Pfarrerin der Evangelischen Lukas- und Matthäusgemeinde, leise im kleinen Kreis. Corona und seine Folgen. Elf Jahre war Voigt in den zuerst noch zwei Gemeinden tätig. Stationen davor waren 16 Jahre Heusenstamm und der Einstieg in den Pfarrberuf in Frankfurt-Unterliederbach.

Dort lernte Elke Voigt, Jahrgang 1957, auch ihren Mann kennen, im benachbarten Stadtteil Höchst kamen die beiden Kinder zur Welt. Dass die Pfarrerin nach Offenbach wechselte, hängt nicht zuletzt mit ihrem Mann zusammen, er hat für den Deutschen Wetterdienst gearbeitet. Nach 34 Jahren im kirchlichen Dienst sagt die in Bensheim geborene und in Bethel und Heidelberg studierte Theologin mit einem lachenden und einem weinenden Auge „Adieu“. Sie möchte mehr Zeit mit Mann und Familie verbringen, das zweite Enkelkind ist unterwegs, auch Hobbys wie Wandern, Fotografieren und Querflötenspiel lassen sie die Arbeit gerne loslassen. „Aber ich habe sie sehr gern gemacht und es ist auch schade, jetzt so Abschied zu nehmen.“

Im Gemeindebrief hebt Elke Voigt hervor, wie gut es ihr ergangen ist in Lukas und Matthäus: „Die schönen, großen, hellen Räume des Matthäusgemeindezentrums und die kleine, helle, freundliche Lukaskirche, dazu die aufgeschlossenen, freundlichen, offenherzigen, hilfsbereiten Menschen beider Gemeinden haben mich innerlich berührt.“ Stolz ist Voigt darauf, dass die 2016 vollzogene Fusion der Gemeinden recht einvernehmlich verlief. „Wir haben uns Zeit gelassen“, sieht sie als einen Grund für das gelungene Zusammengehen. Schon als sie 2009 auf zwei halben Stellen anfing, war klar, dass daraus ein Amt werden würde.

Sich auf Neues einzulassen, weitere Schritte zu gehen, das markiert den Lebensweg der Theologin. Als Telefonseelsorgerin qualifizierte sie sich, ein Diplom in Diakoniewissenschaften erwarb sie. Das Abitur legte Elke Voigt an einem naturwissenschaftlich geprägten Gymnasium ab – keine ideale Voraussetzung für das eingangs von Sprachenlernen geprägte Theologiestudium. Andere Hürden gab es auch in dieser Zeit, die Finanzen. Lange Jahre arbeitete Voigt als Briefbotin, um sich das Studium zu finanzieren. Kontakt zu Menschen war sicher auch da ein Merkmal ihrer Tätigkeit. Unterwegs zu den Menschen zu sein – das wird gewiss auch ihren Ruhestand prägen.


Autorin

Bettina Behler 113 Artikel

Bettina Behler, Medieninformation Evangelische Öffentlichkeitsarbeit Frankfurt und Offenbach

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