Politik & Welt

Neulich vorm Fenster: Warum in der Stadt die Vögel trällern

Seit 1980 hat sich die Zahl der Vögel in Europa halbiert. Aus lauter Verzweiflung flüchten sich viele von ihnen schon in die Stadt.

Feldlerche  |  Foto: NABU (Manfred Delpho)
Feldlerche | Foto: NABU (Manfred Delpho)

Ich brauche keinen Wecker mehr. Die Vögel vor meinem Fenster flöten und trällern so laut, dass ich davon wach werde. Dabei wohne ich mitten in der Stadt. Gibt es etwa wieder mehr Vögel?

Weit gefehlt. Es ziehen bloß manche von ihnen inzwischen in die Stadt, weil sie auf dem Land kaum noch Lebensräume finden. Von 1980 bis heute hat sich die Zahl der Vögel in Europas Wäldern, Feldern, Flusslandschaften und Küstengebieten halbiert!

Viele Millionen Vögel sind schlicht aus Europa verschwunden, inzwischen sind sogar Allerweltsarten wie der Kuckuck oder viele Schwalbenarten in Gefahr. Die Gründe sind bekannt: Insektensterben, Intensivierung der Landwirtschaft und die Zerstörung von Biotopen.

Wohin es führt, wenn wir das ökologische Gleichgewicht immer weiter in Schieflage bringen, können wir noch gar nicht absehen. Aber wir können etwas tun. Zum Beispiel für die Feldlerche, die dieses Jahr vom Naturschutzbund Deutschland zum Vogel des Jahres ernannt wurde: Ein Drittel der hübschen, grau-braungefiederten, so schön trällernden Vögel ist in den vergangenen 25 Jahren aus Deutschland verschwunden.

Eine Kampagne des NABU wirbt jetzt dafür, EU-Abgeordnete direkt aufzufordern, Landwirte bei naturverträglichen Maßnahmen zu unterstützen: www.nabu.de.


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Autorin

Stephanie von Selchow ist Redakteurin von "Evangelisches Frankfurt und Offenbach".

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