Politik & Welt

Tatkräftige Frauen in 25 Portraits

Was haben Carola Rackete, Mechthild von Magdeburg und Veronica Carstens gemeinsam? Sie alle sind Frauen, die mit ihrem Engagement die Welt verändert haben oder verändern. 25 Porträts von Frauen aus verschiedenen Jahrhunderten versammeln Annette Kerckhoff und Barbara Streidl in dem bilderreichen Buch „Ich mach das jetzt!“

Annette Kerckhoff, Barbara Streidl: Ich mach das jetzt! Frauen Handeln Helfen Heilen. Verlag Elisabeth Sandmann, 160 Seiten, 25 Euro.
Annette Kerckhoff, Barbara Streidl: Ich mach das jetzt! Frauen Handeln Helfen Heilen. Verlag Elisabeth Sandmann, 160 Seiten, 25 Euro.

Zuweilen ist es wie ein Puzzlespiel, das im Durchgang durch Jahrhunderte Geschichte neu zusammenfügt, aus dem Lebenszusammenhang weiblicher Biografien heraus, die sich wechselseitig erhellen und die Gegenwart in einem anderen Licht erscheinen lassen. So steht etwa die Ärztin Kristina Hänel, die durch ihren Widerstand gegen das Informationsverbot zur Abtreibung im Paragraf 219a bekannt wurde, zwischen Blanca Bardiera, einer Heilkundigen des 16. Jahrhunderts, die nur knapp der Verurteilung als Hexe entkommen ist, und Elisabeth Kübler-Ross, die den Tod enttabuisierte, indem sie Gespräche mit Sterbenden in das Zentrum ihrer medizinischen Forschung und Arbeit stellte und die Hospizbewegung begründete.

Helfende, heilende, handelnde Frauen sind häufig Grenzgängerinnen, die sich kompromisslos für ihre Sache einsetzen, mit Willenskraft und viel Herzblut. Frauen, die aus ihrer unmittelbaren Erfahrung in Alltag und Beruf Bedürfnisse empathisch aufgenommen haben, um beherzt zuzupacken. Es sind Lebensläufe, die zeigen, dass eine Berufung viele Facetten haben kann und sich im Lebenszusammenhang trotz zahlreicher Widerstände und Anstrengungen immer neue, individuelle Wege finden lassen, die es zuvor so noch nie gegeben hat, und die in den Möglichkeiten gründen, sich sozial zu vernetzen und wandelbar zu bleiben.

„Wir brauchen eine innere Haltung, die uns durch gute wie schlechte Zeiten geleitet“, schrieb die Ordensgründerin Teresa von Avila vor 500 Jahren – und erinnerte daran, die eigenen Bedürfnisse aus Nächstenliebe nicht zu vergessen. Ein hilfreicher Appell auch für die Gegenwart, in der Unwägbarkeiten und Widerstände, Erfahrungen von Krankheit, Sterben und existenzieller Angst den Alltag vieler bestimmen.

Helfende, heilende, handelnde Menschen werden mehr denn je gebraucht. Doch nur wo Verletzlichkeit als grundlegende Eigenschaft des Menschseins erkannt wird, kann es gelingen, die Ressourcen tatkräftiger Wohltäter:innen zu integrieren, statt sie auszubeuten. Sie sichtbar zu machen und von ihnen zu sprechen, ist und bleibt wichtig.


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Silke Kirch 49 Artikel

Dr. Silke Kirch studierte Germanistik, Kunstpädagogik und Psychologie in Frankfurt am Main und ist freie Autorin und Redakteurin.

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