Politik & Welt

Filmtipp: Three Billboards outside Ebbing, Missouri

In seinem neuen Film setzt sich der irische Regisseur Martin McDonagh mit Polizeigewalt, Rassismus und Vergewaltigungskultur in einer amerikanischen Kleinstadt auseinander. Die Evangelische Filmjury hat "Three Billboards outside Ebbing, Missouri" zum Film des Monats gewählt. 

Mildred Hayes ist wütend, weil nach Monaten der Mord an ihrer Tochter immer noch nicht aufgeklärt ist.
Mildred Hayes ist wütend, weil nach Monaten der Mord an ihrer Tochter immer noch nicht aufgeklärt ist.

Ebbing ist ein fiktiver kleiner Ort, irgendwo in den Weiten des ländlichen USA. Ein Ort in Missouri, genau wie Ferguson, das wegen rassistischer Polizeigewalt in letzter Zeit in die Schlagzeilen geraten war. 

Mildred Hayes (toll gespielt von Frances McDormand) mietet drei großformatige Werbeschilder an einer wenig befahrenen Landstraße. Sie ist aber nicht auf Reklame für den Souvenir-Laden aus, in dem sie arbeitet. Vor sieben Monaten wurde ihre Tochter brutal ermordet. Die Ermittlungen sind ergebnislos geblieben. Mildred versucht mit ihrer Botschaft, die sie auf den drei Schildern anbringen lässt, die örtliche Polizei zur Arbeit zu zwingen. 

Die Geschichte der drei Werbeschilder verbindet Mildred mit dem pragmatischen Polizeichef Willoughby (Woody Harrelson) und dem „angry white male“-Polizisten Dixon (Sam Rockwell). In starken Dialogen (hoffentlich auch in der deutschen Synchronisation) greift der Film Themen wie Polizeigewalt, Rassismus und Vergewaltigungskultur auf. Aber, ohne zu moralisieren. 

So wird der Polizeichef damit konfrontiert, dass die meisten seiner Mitarbeiter Rassisten sind. Seine Antwort: „Wenn alle rassistischen Polizisten die Polizei verlassen würden, dann wären nur noch drei übrig. Und die wären alle Schwulenhasser.“ Der irische Regisseur und Dramatiker Martin McDonagh entwirft mit solchen Sätzen ein Bild der amerikanischen Kleinstadt, das hart ist und über das man doch immer wieder lachen muss. 

„Die folgerichtige Entwicklung von Mildred und die weiter eskalierende Spirale von Gewalt und Gegengewalt erzeugen einen enormen Sog, dem man sich über die gesamte Laufzeit nicht entziehen kann. Von der grandiosen Einführung der Billboard-Botschaft in leuchtendem Orange, bis zu den drei unterschiedlichen Familienentwürfen der Figuren, bietet der Film gelungene und nachdenklich stimmende Unterhaltung. Und am Ende lässt sich diskutieren, was am Ziel dieser schwarzhumorig-düsteren Reise auf die Figuren wartet“ heißt es in der Begründung der Jury.

Der Film läuft am Donnerstag, 25. Januar, in Deutschland an. In Frankfurt ist er im Cinestar Metropolis und in der Harmonie in Sachsenhausen zu sehen.


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Antje Schrupp 169 Artikel

Dr. Antje Schrupp ist Chefredakteurin von Evangelisches Frankfurt und Offenbach. Die Journalistin und Politikwissenschaftlerin bloggt auch unter www.antjeschrupp.com

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