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Umfangreiche Dach- und Fassadensanierung der St. Katharinenkirche ist beendet

Die Kirche an der Frankfurter Hauptwache erstrahlt frisch saniert im Herzen der Stadt.

Frisch saniert: die Sankt Katharinenkirche an der Hauptwache  Foto: Rolf Oeser
Frisch saniert: die Sankt Katharinenkirche an der Hauptwache Foto: Rolf Oeser

Stück für Stück fallen die Hüllen der St. Katharinenkirche an der Hauptwache – und offenbaren jetzt die frisch sanierte Kirche: Nach rund drei Jahren Bauzeit wird der 145 Meter lange Bauzaun demontiert. Damit endet die umfangreiche Dach- und Fassadensanierung. „Die Fertigstellung war ursprünglich für das Jahr 2025 vorgesehen, musste aber aufgrund nicht vorhersehbarer Schäden am Dach verschoben werden“, führt Stadtkämmerer Dr. Bastian Bergerhoff aus, der im Magistrat der Stadt Frankfurt am Main auch für die Dotationskirchen zuständig ist. „Umso mehr freue ich mich, dass nun die Sanierung im Herzen unserer Stadt abgeschlossen ist und sich die Kirche durch die neue Illumination im Nachtbild ebenso schön präsentiert wie am Tag.“

Dr. Olaf Lewerenz, Stadtkirchenpfarrer an St. Katharinen, ergänzt: „Ich freue mich, dass die Katharinenkirche an der Hauptwache wieder strahlt. Die Bauarbeiten waren lange, das Warten hat sich gelohnt. Für uns ist es ein Ansporn, die Katharinenkirche weiterhin für alle Frankfurter:innen und ihre Anliegen zu öffnen und unseren Beitrag für das Miteinander in unserer Stadt zu leisten.“

Der Anlass der Arbeiten war, dass die über 70 Jahre alte Schieferdeckung am Kirchenschiff erhebliche Mängel aufwies und erneuert werden musste. Der intakte Dachstuhl aus den 1950er Jahren blieb dagegen erhalten. Bereits seit vergangenem Jahr zeigt sich der restaurierte Kirchturm wieder im Stadtbild und zieht seither die Blicke von Nah und Fern auf sich. Das Kirchenschiff blieb bis Ende 2025 eingerüstet. Nach Abschluss der Arbeiten am Turm konnte die Schieferdeckung am Kirchenschiff bearbeitet werden. Die Holzschalung der rund 1.450 Quadratmeter großen Dachfläche wurde überarbeitet und mit einer weiteren Schalung versehen. Rund 430 neue Dachhaken und ein neu dimensionierter Schneefang wurden montiert.

Frankfurts Dombaumeisterin Dr. Julia Lienemeyer vom städtischen Amt für Bau und Immobilien berichtet: „Die Eindeckung des Daches erfolgte dem Bestand entsprechend in Altdeutscher Deckung. Bei dieser traditionellen und handwerklich anspruchsvollen Technik nimmt die Größe der Schieferplatten in Höhe und Breite von der Traufe bis zum First kontinuierlich ab. Die Platten werden individuell vor Ort nach Augenmaß gehauen. Die zahlreichen Anschlussdetails erfordern dabei eine besondere, zeitlich noch intensivere, Deckweise.“ Die Altdeutsche Deckung gibt es bei allen acht Frankfurter Dotationskirchen. Dabei prägt Schiefer als ein in Frankfurt traditionell eingesetztes Material das Stadtbild: Schiefer ist besonders witterungsbeständig und daher langlebig, was für die hohen Kirchendächer von großer Bedeutung ist.

Auch Blitzschutz, Schneefanggitter, Regenrinnen und Fallrohre wurden erneuert und die Leuchten für die spätere Außenillumination des Daches montiert. Auf die Dacharbeiten folgte die Restaurierung der Fassade inklusive der 16 Pfeiler: Der rote Mainsandstein und auch der Fassadenputz wurden gereinigt und auf Stabilität überprüft, lose Stellen gefestigt oder abgetragen, Vierungen wurden gesetzt und lose Fugen zwischen den Steinen entfernt und erneuert.

Restauriert werden musste auch die Außenschutzverglasung der 17 Rundbogenfenster des Kirchenschiffs aus den 1990er Jahren. Sie war damals vor die 1954 eingebaute Bleiverglasung des Glaskünstlers Charles Crodel gesetzt worden, aber nach rund 30 Jahren waren Teile spröde, rissig, abgängig, abgewittert oder angerostet. Einige Gläser waren gerissen und stark verschmutzt. Nach erfolgter Sanierung wurden neue Taubenschutznetze vor den Maßwerken im oberen Teil der Fenster montiert und ein kompletter Neuanstrich der Fassade im gleichen Farbton wie der Kirchturm aufgebracht. Danach konnte Anfang dieses Jahres das Fassadengerüst zurückgebaut und mit den Tiefbau- und Pflasterarbeiten rund um die Kirche begonnen werden.

Vor der Dach- und Fassadensanierung fand eine Schadstoffsanierung im Dachstuhl statt. Außerdem wurde eine Brandmeldeanlage zur Sicherung des hölzernen Gewölbes im Dachstuhl installiert inklusive aller Nebenbereiche der Kirche. Und auch eine dreiteilige Außenillumination der Kirche wurde umgesetzt: Die Beleuchtung des Daches über Langfeldleuchten im Traufbereich, hier wurde dem Schiefer entsprechend eine etwas kühlere Lichtfarbe gewählt, die Beleuchtung des Turms über die Anstrahlung der Fensterlaibungen von den Sohlbänken aus und die Beleuchtung der Fassade des Kirchenschiffs über Bodenleuchten rund um das Gebäude. In Zusammenhang mit der Montage der Bodenleuchten wurde in Abstimmung mit Stadtplanungsamt, Amt für Straßenbau und Erschließung und der Denkmalpflege beschlossen, die an die Kirche angrenzenden Platzflächen mit Kleinsteinpflaster aus Basalt zu verlegen.

Die Fertigstellung der Arbeiten war aufgrund von nicht vorhersehbaren Ereignissen um ein Jahr verschoben worden. Denn eine unerwartete und zeitintensive Begebenheit stellte sich bei der Sanierung des Kirchenturms Mitte 2023 heraus, als das Turmgerüst die Höhe der Dächer erreicht hatte: Bei den zwei bereits 2011 neu eingedeckten Dächern des Turmhelms samt Unterkonstruktion stellte sich heraus, dass diese in einem sehr schlechten Zustand waren, der keinesfalls belassen hätte werden können. Beide Dächer – des Oktogons und der Laterne – mussten inklusive Konstruktion ertüchtigt und neu eingedeckt werden. Diese Leistung musste ebenfalls geplant und ausgeschrieben werden. Sowohl bei dieser Ausschreibung, wie auch zuvor bei der Schieferdeckung am Kirchenschiff, musste mehrfach ausgeschrieben werden, bis der Zuschlag erteilt werden konnte. Trotz der widrigen Umstände sind die Arbeiten an Turm und Schiff stetig voran gegangen und nun in den allerletzten Zügen. Nur noch wenige Restarbeiten finden statt, insbesondere an den Stellen, wo bislang die Gerüste standen. Die verausgabten und hochgerechneten Gesamtkosten belaufen sich auf rund 5,6 Millionen Euro.

Da es sich bei der St. Katharinenkirche um eine der Dotationskirchen der Stadt Frankfurt am Main handelt, liegen die Aufwendungen bei der Stadt Frankfurt am Main. Die umfangreichen Arbeiten wurden im Auftrag des Kassen- und Steueramtes durch das Amt für Bau und Immobilien umgesetzt und erfolgten in enger Abstimmung mit dem Landesamt für Denkmalpflege und der Unteren Denkmalschutzbehörde der Stadt Frankfurt.


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Bettina Behler 415 Artikel

Bettina Behler, Medieninformation Evangelische Öffentlichkeitsarbeit Frankfurt und Offenbach

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