Gott & Glauben

Lasst mich mit den Nörgeleien in Ruhe!

An Weihnachten wird ja gerne besonders laut herumgenörgelt. Unserer Autorin geht das auf die Nerven. Deshalb hat sie eine Liste der fünf Dinge aufgeschrieben, die ihr an Weihnachten besonders viel Freude machen.

Prodekanin Amina Bruch-Cincar. Foto Tamara Jung-König
Prodekanin Amina Bruch-Cincar. Foto Tamara Jung-König

Was? Nur fünf? Das ist nicht euer Ernst! Wie soll man sich entscheiden zwischen Plätzchen und Adventskalender, Nikolausbesuch im Kindergarten, dem Glöckchen zur Bescherung und Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt? Außerdem die volle Kehle mit „Sti-hille Nacht“ im Kerzenschein draußen auf der Straße zusammen mit den Menschen, die hinausgekommen sind, um die alte Geschichte zu hören von dem, was sich begab zu der Zeit, als Maria und Josef auf dem Weg nach Bethlehem waren.

Advent und Weihnachten haben so viel Kritik erfahren. Kleinfamilienspießigkeit! Konsumrausch! Energieverschwendung! Kitsch! Und was nicht alles. Lasst mich damit in Frieden. Ich mag es!

Erstens: Die alte Weihnachtsbaum-Deko. Haben Sie auch so viele kleine „Erbstücke“? Geigende Holzengelchen mit fehlendem Arm. Selbstgebasteltes von den Kindern. Stoffengelchen von unserem ersten eigenen Weihnachtsbaum vor dreißig Jahren. Schätze!

Zweitens: Vorweihnachtliche Feste. Oh ja, ich meine die Weihnachtsfeiern im Betrieb, im Verein, im Chor, mit der Schulklasse und in der Gemeinde. Geselligkeit und Kalorien. Weihnachten bringt Menschen zusammen – manchmal anstrengend, aber es ist doch ein großes Geschenk.

Drittens: Die Kinder stehen mal im Mittelpunkt. Solange es in der Familie kleine Kinder gibt, übertreffen sich die Erwachsenen gegenseitig, es für sie schön zu machen. „Christkind oder Weihnachtsmann?“ wird zur Gewissensfrage (natürlich Christkind!). Basteln, ein Krippenspiel besuchen oder – gar selbst mitspielen.

Viertens: Die Weihnachtsgeschichte, wie sie an Heilig Abend aus der Bibel vorgelesen wird. Langsam und klangvoll und mit sorgfältiger Betonung. Würde und Heiligkeit spiegeln sich darin, die göttliche Würde des Menschenkinds in der Krippe. Für mich gehört zu Weihnachten die Frohe Botschaft im Gottesdienst und dann ein donnerndes „O du fröhliche“.

Fünftens: Wenn ich als Pfarrerin an Heilig Abend drei Gottesdienste plus Familienfeier geschafft habe, sitze ich nachts eine halbe Stunde auf dem Sofa – ganz allein. Bis der Trubel verhallt ist und ich die Stille hören kann. Frohe Weihnachten!


Autorin

Pfarrerin Amina Bruch-Cincar ist Prodekanin des Evangelischen Stadtdekanats Frankfurt und Offenbach. Nähere Informationen zu ihrer Person finden Sie hier. Sie ist für den Dekanatsbereich Süd-Ost zuständig, zudem koordiniert sie die Arbeitsbereiche Kirchenmusik und Altenseelsorge.

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