Gott & Glauben

Warum Sie Ihren Angehörigen etwas Gutes tun, wenn Sie sich christlich bestatten lassen

Oft wissen Hinterbliebene gar nicht, dass jemand christlich bestattet werden möchte. Deshalb ist es sinnvoll, gegebenenfalls den Willen vorab erklären. Hilfreich ist es auch, Namen und Telefonnummer der Kirchengemeinde aufzuschreiben, damit niemand erst lange suchen muss.

Prodekanin Amina Bruch-Cincar  Foto Tamara Jung-König
Prodekanin Amina Bruch-Cincar Foto Tamara Jung-König

Szene auf dem Friedhof: Am offenen Grab lauschen trauernde Angehörige den zusammenhanglosen Bibelworten eines kurios gewandeten Geistlichen. Kameraschwenk auf die schwarz verschleierte Witwe. So stellt sich eine christliche Trauerfeier im Kino oder Fernsehserien oftmals dar: als absonderliches Überbleibsel aus alten Zeiten. Zum Glück sieht die Realität ganz anders aus.

Erstens: Pfarrerinnen und Pfarrer sind gut ausgebildete Seelsorgeprofis. Sie haben das im Theologiestudium erlernt, nicht in Wochenendkursen. Sie reden nicht in Bibelsprüchen.

Zweitens: Pfarrer:innen haben Erfahrung im Umgang mit Lebenskrisen. Sie können bereits ans Sterbebett kommen, um den Segen zu spenden, mit der Familie zu sprechen und zu beten. Sie werden nicht nur beim Trauergespräch einfühlsam auf die Anwesenden eingehen, sondern auf Wunsch auch in der Zeit danach zu seelsorgerlicher Begleitung bereit sein. Das alles kostet Ihre Angehörigen … nichts!

Drittens: Ob die Trauerfeier traditionell oder eher individuell ausfällt, hängt allein an Ihren Wünschen. Moderne Musik, eigene Wortbeiträge der Familie sind möglich, solange die Abschiedsfeier weiterhin ein Gottesdienst bleibt, also gemeinsam gebetet, von Gott gesprochen und am Ende der Segen erteilt wird.

Viertens: Eine christliche Trauerfeier ist nur teilweise traurig. Denn sie erinnert an Gott, der da ist, der begleitet und tröstet. Hier erleben die Anwesenden, dass neben all dem Abschiedsschmerz die Hoffnung leuchtet. Die Hoffnung, dass nach dem Tod noch etwas kommt. Auch für Menschen, die mit Gott nicht viel anfangen können, kann das tröstlich sein.

Deshalb: Sie entscheiden! Helfen Sie Ihren möglicherweise ratlosen Angehörigen, indem Sie Ihren Willen vorab klären. Schreiben Sie zum Beispiel Namen und Telefonnummer Ihrer Kirchengemeinde auf, damit niemand erst suchen muss. So stellen Sie sicher, dass am Ende ein Pfarrer oder eine Pfarrerin Ihres Vertrauens für Ihre Lieben da ist.


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Autorin

Pfarrerin Amina Bruch-Cincar ist Prodekanin des Evangelischen Stadtdekanats Frankfurt und Offenbach. Nähere Informationen zu ihrer Person finden Sie hier. Sie ist für den Dekanatsbereich Süd-Ost zuständig, zudem koordiniert sie die Arbeitsbereiche Kirchenmusik und Altenseelsorge.

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