Leben & Alltag

(Mindestens) vier Dinge, auf die ich mich freue, wenn Corona endlich vorbei ist!

Die Infektionszahlen gehen runter, und wenn uns nicht noch eine Mutante in die Quere kommt, gibt es vieles, worauf wir uns nach Corona freuen können. Hier die Top-Vier unserer Kolumnistin.

Amina Bruch-Cincar ist Pfarrerin in Offenbach und Mitglied in der Redaktion des EFO-Magazin. | Foto: Tamara Jung
Amina Bruch-Cincar ist Pfarrerin in Offenbach und Mitglied in der Redaktion des EFO-Magazin. | Foto: Tamara Jung

. Gesichter. Nein, nicht die auf dem Bildschirm. Die echten. Mit einem Mund, der mir verrät, wie seiner Eigentümerin zumute ist. Wenn wir die schützenden Masken nicht mehr brauchen, hoffe ich, dass wir einander wieder besser verstehen. Nicht nur akustisch, was allein schon eine feine Sache wäre. Auch die Mimik sagt so viel mehr als viele Worte. Ich hoffe, dass die Stimmung weniger gereizt ist, wenn die Maske als Hinweis auf die Gesinnung des Gegenübers wegfällt. Es wäre Zeit.

Leute anfassen. Manche munkeln, auch nach der Pandemie seien die Tage des Händeschüttelns gezählt. Nicht bei mir! Ich sage es frei heraus: Ich liebe Händeschütteln! Diese zugegeben unhygienische Geste sagt: Ich bin jetzt bei dir. Mein Gruß, mein Lächeln, meine Wärme, sie sind für dich. Möchtest du mir etwas Persönliches sagen? Tu es jetzt. Gratulieren, Verabschieden, Kondolieren, Begrüßen schreien nach dem Händedruck. Beholfen haben wir uns mit Ellenbogenrammen oder Gangsterfaust. Am schlimmsten: Gegen das Bein treten! Du meine Güte. Wer hat sich das ausgedacht?

Leute kennenlernen. Auf Abstand mit Maske oder in einer Zoom-Konferenz lernst du niemanden kennen. Wenn öffentliche Räume geschlossen sind, ist besonders bei Singles Einsamkeit angesagt. Wer neu in ein Kollegium kommt, würde normalerweise seinen Einstand geben und sich durch die Abteilung führen lassen. Oder denken Sie an die Neuzugezogenen in der Nachbarschaft: „Hallo, wir wollten uns mal vorstellen, wir sind die Schmidts von drüben.“ – „Ah, hallo, wollt ihr mal reinkommen?“ – Und in der Schule: „Das ist Lena. Sie geht jetzt in unsere Klasse.“ – Schön, gell? So machen wir das wieder.

Das rauschende Leben. Ich erinnere mich gut an den Tag, als der erste Lockdown begann. Seither leben wir mit gedrosseltem Tempo und stetem Blick auf die Inzidenzen. Zu Hause. Leute: Ich will hier raus. Es darf jetzt bitte etwas turbulenter und stressiger werden. Sportverein, Reisen, Chorgesang, Konzerte, Essen gehen und Gemeindefeste: Bringt uns bitte wieder in Schwung!


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Amina Bruch-Cincar ist Pfarrerin in der Gustav-Adolf-Gemeinde in Offenbach und Kolumnistin des EFO-Magazin.

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