Leben & Alltag

Neun Dinge, die Sie vor Ihrem Tod unbedingt noch erledigen sollten

Manchmal ist es hilfreich, sich eine Liste der Dinge anzufertigen, die man auf keinen Fall vergessen möchte. Die ultimative To-do-Liste ist allerdings die so genannte "Bucket-List", die die Tatsache ins Auge fasst, dass wir alle eines Tages sterben werden. Der Begriff kommt übrigens von dem Ausdruck "To Kick the Bucket", dem englischen Äquivalent für "ins Gras beißen".

Amina Bruch-Cincar ist Pfarrerin in der Gustav-Adolf-Gemeinde in Offenbach und Kolumnistin des EFO-Magazin.
Amina Bruch-Cincar ist Pfarrerin in der Gustav-Adolf-Gemeinde in Offenbach und Kolumnistin des EFO-Magazin.

Wir müssen alle sterben. Manche Dinge sollte man unbedingt vorher noch erledigen. Neun Tipps.

Erstens: Sie wollen selbst bestimmen, welche lebenserhaltenden Maßnahmen Sie gegebenenfalls erhalten werden? Dann kümmern Sie sich um eine Patientenverfügung!

Zweitens: Sprechen Sie mit Ihrer Familie darüber, wo und wie Sie beerdigt werden wollen. Im Familiengrab, im Meer oder im Wald? Verbrannt oder als Erdbestattung? Zugegeben: ein schwieriges Thema. Darum bringen Sie das Gespräch darauf, solange das Sterben noch weit weg erscheint.

Drittens: Hinterlegen Sie Ihre Wünsche für die Trauerfeier schriftlich: Welche Lieder? Welcher Bibelvers? Wer soll eingeladen werden? Notieren Sie auch die Telefonnummer der Kirchengemeinde, damit Pfarrerin oder Pfarrer benachrichtigt werden können.

Viertens: Geben Sie Ihre Spezialitäten weiter! Ihr Käsekuchen ist unvergleichlich? Von Ihrem Kartoffelsalat schwärmt die ganze Nachbarschaft? Dann rücken Sie die Rezepte raus!

Fünftens: Haben Sie Erbarmen mit Ihren Erben und misten Sie aus! Vielleicht gibt es etwas, das bereits heute weitergegeben oder gar entsorgt werden könnte? Schuhe und überzählige Kleidung zur Diakonie, Bücher zum Bücherbasar, alte Telefonbücher ins Altpapier.

Sechstens: Machen Sie Fotos vom Alltag! Meine Fotoalben sehen aus, als hätte mein Leben aus Urlaub, Weihnachten und Geburtstag bestanden. Das Wichtigste ist rar: Bilder vom Alltag. Die knarzenden Stühle, das gewagte Tapetenmuster. Erinnerungen an das Leben. Und noch eins: Wenn Sie die Wohnung eines Verstorbenen ausräumen, fotografieren Sie die Einrichtung, bevor Sie irgendetwas verändern!

Siebtens: Sprechen Sie mit den Jüngeren über Erkrankungen, die es in der Familie gab! Litten Vorfahren unter Krebs, Diabetes, Herzerkrankungen, Bluterkrankungen? Vielleicht wird das mal wichtig.

Achtens: Fotoalben: Sie wissen, wer all die Herrschaften auf den alten Bildern sind? Gut! Dann schreiben Sie es drunter! Sonst werden Ihre Kinder vergeblich rätseln und womöglich diese wertvollen Zeugnisse der Familiengeschichte wegwerfen.

Neuntens: Feiern Sie ein Fest! Es ist doch schade, wenn immer nur zu Beerdigungen alle mal wieder zusammenkommen!


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Amina Bruch-Cincar ist Pfarrerin in der Gustav-Adolf-Gemeinde in Offenbach und Kolumnistin des EFO-Magazin.

3 Kommentare

3. Oktober 2019 13:05 Tobias Liebig

Erstens: Sagen Sie Ihren Angehörigen, dass Sie sie lieben. Zweitens: Bringen Sie Ihren Nachkommen bei andere zu lieben. Drittens: Erklären Sie Ihren Erben, dass alle Menschen gleich sind. Viertens: Bringen Sie Ihren Nachkommen bei, dass sie niemals aufgeben dürfen. Fünftens: Sagen Sie Ihren Angehörigen, sie sollen sich für schwächere einsetzen. Sechstens: Ermutigen Sie Ihre Erben Widerstand gegen Ungerechtigkeit zu leisten. Siebtens: Erklären Sie Ihren Nachkommen, dass sie über Ihren Tellerrand hinaus schauen sollen. Achtens: Sagen Sie Ihren Nachkommen, dass sie die Umwelt schützen sollen. Neuntens: Erklären Sie Ihren Erben, dass geben seliger ist als nehmen. Und Zehntens: Sagen Sie Ihren Nachkommen, dass sie nicht die AfD wählen sollen 😉 Alles Andere ist nicht so wichtig...PEACE!!!

7. Januar 2020 12:26 Lars

Ich finde es auch sehr wichtig der Familie zu sagen, wie man bestattet werden will. Für mich würde zum Beispiel nur noch eine Feuerbestattung in Frage kommen, weil ich den Gedanken furchtbar finde von Ungeziefern zerfressen zu werden. Es ist wichtig dies genau mit der Familie abzusprechen, damit keine Missverständnisse entstehen können.

30. August 2020 10:34 Stephan Frank

Echt jetzt? Das soll eine Bucket Liste sein? OK, sie ist typisch deutsch und bürokratisch. Ich gebe niemandem vor, wie er mich zu beerdigen hat. Meine Liste hat nur einen Punkt so viel zu unternehmen mit meinen Kindern und Enkeln Wiese es geht. Disneyland, Tortenschlacht, Zelten im Wald mit Grillen usw. Und wenn ich nicht mehr bin, dann werden sie sich an mich mit lachenden Augen erinnern und nicht, weil ich meine Beerdigung geregelt habe. Das ist schon sehr traurig, wenn mir in meiner Bucket Liste nicht mehr einfällt......

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